דְּבָרִים
Devarim — Worte
Mit beginnt das fünfte Buch Mose; die erste Portion reicht von Kapitel 1 bis Kapitel 3, Vers 22. Der hebräische Name kommt vom Anfang des Buches — dies sind die Worte, welche Mose zu ganz Israel geredet hat (5. Mose 1,1) — und der über das Griechische und Lateinische überlieferte Name wird als „das Gebot zum zweiten Mal" verstanden: Es scheint, als würde die Tora, die am Berg Sinai gegeben wurde, jetzt noch einmal wiederholt, weil die neue Generation davorsteht, das Land in Besitz zu nehmen. Aber Steve Okunola fragt immer: Was sagt der Text wirklich? **Es ist keine Wiederholung per se — der neuen Generation wird die in den Fokus gestellt: das Geistige und das Moralische, was schon immer Sinn und Zweck der Tora war.**
Das trifft auf alle zu, die an den Messias glauben. Wer heute noch sagt, die Tora sei nur für die Juden gewesen — „wir in Christus sind ein neues himmlisches Volk, für uns gelten die Gesetze der Liebe" —, muss davon längst weg sein: Die Tora war immer Liebe. In Devarim werden auch Dinge gegeben, die zuvor nicht als Gebot gegeben worden waren, zum Beispiel das : Wenn Israel eines Tages einen König begehrt, muss dieser sich eine eigene Abschrift der Tora schreiben, beständig darin lesen und nach der Tora regieren. Das ist neu — und entspringt doch dem, was längst gegeben war: dem Moralischen innerhalb Israels, wie wir miteinander umzugehen haben, wie Eltern und Kinder sein sollen, wie Leiterschaft aussieht, dazu die Gebote über die Festtage. Im Kern geht es darum, dass das Herz zu Gott das Wichtigste ist, zusammengefasst in dem Wort: Liebe den HERRN, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen (5. Mose 6,5). Das ist es, was Gott sehen möchte — weg vom Erbsenzählen, von den Nuancen, die man heraussucht, wann genau der Schabbat beginnt und wie lange er dauert, hin zur Substanz.
Der Text selbst spricht Bände. Mose redet zu ganz Israel diesseits des Jordan, in der Wüste, in der Ebene gegenüber Suf, zwischen Paran und Tofel, Laban, Hazerot und Di-Sahab. Und dann der bemerkenswerte zweite Vers: * sind es vom Horeb auf dem Wege des Gebirges Seir bis Kadesch-Barnea* (5. Mose 1,2). Im Prinzip war alles bereitet: Israel war als Generation vorbereitet — über 400 Jahre in Ägypten —, Mose war als Leiter geschickt, die Zeit war voll, und Gott war bereit, sein Volk nach Hause zu holen. Das Volk hätte nach vorne ziehen können. Elf Tagereisen wären es gewesen — die Widerspenstigkeit des Volkes machte 40 Jahre in der Wüste daraus.
Steve Okunola weist auf die Landkarte hin: Vom Auszug aus der Sklaverei geht es zunächst hinab zum Horeb, dem Berg Sinai — er hält das nicht für Zufall, denn dieser Ort war von vornherein reserviert: Ihr werdet Gott an diesem Berg dienen (2. Mose 3,12). Israel musste dort erscheinen, ganz gleich, ob es später durch eigenes Verschulden 40 Jahre überdauern musste. Und darin sieht Steve Okunola — als seine eigene Deutung, vorsichtig formuliert — ein Sinnbild: Man ist aus der Knechtschaft heraus, es geht Richtung Gebote Gottes, man erwartet Aufwind, jetzt wird es besser. Aber die Realität ist: Erst einmal geht es bergab. Nicht weil die Gebote bergab bringen, sondern weil der alte Mensch erst sterben muss — eine Phase von Drangsal und Neukalibrierung, in der Dinge neu verstanden werden müssen, und genau da geben viele auf. Das ist auch das : Der Same wird ausgestreut, nur ein kleiner Teil fällt sofort auf den Weg, wo die Vögel ihn aufpicken; einiges schlägt Wurzel, aber die Erde ist nicht tief genug; bei manchen wachsen die Sorgen mit; und ein Teil fällt auf gutes Land und bringt wirklich Frucht. Steve Okunola macht diese Arbeit nicht erst seit ein paar Wochen, und wie oft hat man es gesehen: Menschen pilgern herbei, wenn sie Tora, Morallehre, Unabhängigkeit von Doktrin hören — wir gehen jetzt ins gelobte Land! Aber dann spricht die Tora zu dir, zu deinem Leben, über dich — und da sind viele erst einmal schockiert. Genau dieses Geistige wird der neuen Generation offenbart.
Von aus waren die Kundschafter ausgeschickt worden, und von dort gingen die Probleme los. Die neue Generation musste den Neuanfang starten und um Edom herumziehen — dort, wo gemurrt wurde und die Schlangen kamen —, um schließlich auf der Ostseite des Jordan zu stehen, wo Mose jetzt spricht. Die erste Generation, die 40 Jahre in der Wüste unterwegs war, ist gestorben; die neue Generation wird adressiert. Aber es ist immer noch dieselbe Nation, und die Rebellion ist nicht ganz weg aus Israel — auch nicht aus der neuen Generation. Denn zum Schluss des Buches bekommen wir das , das die Kinder Israels lernen sollten: Gott hat vorausgesagt, dass sie widerspenstig sein und nicht auf ihn hören werden, und wenn sie eines Tages im Exil sind, sollen sie anhand dieses Liedes zurückdenken. Mose adressiert die Nation wie ein Vater, der bald aus dem Leben scheidet, seine Kinder anspricht und ihnen Hoffnung mit auf den Weg gibt: Er erzählt von der Rebellion der ersten Generation und schärft ein, auf die Tora zu achten.
Und die Brücke zu uns? Wir sind die neue Generation, die jetzt nach vorne gehen soll, um das Land einzunehmen. Die Endzeit liegt gerade vor uns; wir stehen mitten in den Beschlüssen und Grundlagen, die genutzt werden, um uns zu drangsalieren — und darin wird unser Sieg sein, wenn wir treu erfunden werden. Darum sollen wir auf die Essenz der Tora schauen, auf unser Wesen: nicht sich rühmen, dass man sich nur mit hebräischen Dingen beschäftigt — wie sieht dein Leben aus? Wie gewappnet bist du in der moralischen Instanz, die in der Tora angesprochen wird? Zählen wir nur die Erbsen und sind ganz penibel in Dingen, die wir aus der Welt nicht tun — oder können wir in dieser Welt leben, mit Weisheit mit den Dingen umgehen, aufrichtig und zuverlässig sein, sodass man uns vertrauen kann, die Wahrheit reden und gerade gehen? Von uns wird verlangt, uns nicht allzu lange mit dem Malzeichen zu beschäftigen, sondern zu verstehen, was gemeint ist, und dem standzuhalten — und das Thema der zwei Zeugen (Offenbarung 11) zeigt, wie viel Hoffnung wir haben, weil Christus alle Zeit bei uns ist.
Steve Okunola veranschaulicht die Essenz mit einem Bild aus der Erziehung: Du gibst deinem Kind für etwas Banales — ein Treffen mit einer Freundin — eine Weisung und stellst Parameter auf: Sei pünktlich, sei ehrlich, sei aufrichtig, gehe hin, biete deine Hilfe an. Irgendwann kommt eine neue Situation auf, ein Schulprojekt, bei dem man sich auf das Kind hätte verlassen sollen. Und jetzt sagt das Kind: „Dazu gab es ja kein Gesetz." Aber das hatten wir doch schon besprochen, als es um die Freundin ging — es ging um das Gleiche! Warum muss für jede Situation plötzlich ein neues Gesetz her? Wende die gleichen Parameter überall an — aufrichtig, gerade, zuversichtlich, ehrlich —, dann ist es nicht „das Gebot zum zweiten Mal", sondern du verstehst die Essenz. Das Schwierigste, was Steve Okunola in den Jahren dieser Arbeit gesehen hat, ist nicht, dass Menschen die Essenz der Tora nicht verstehen — sondern dass sie sie nicht leben. Und deswegen weilte Israel so lange in der Wüste und wanderte 40 Jahre, obwohl es nur elf Tage gedauert hätte.
Steve Okunola führt den Gedanken — wieder als eigene Überlegung — noch weiter zurück: Hätte Adam, am sechsten Tag geschaffen und kurz danach versucht, sofort widerstanden, wäre der Feind besiegt gewesen; vielleicht hätten nach der Schöpfung nur ein paar Wochen genügt, und es hätte keine 6000 Jahre gebraucht. Aber Gott hat alles vorausgesehen: die zweite Generation, das Gebot zum zweiten Mal, die Wiederherstellung des Bundes, der Same der Frau (1. Mose 3,15), Christus — wie wir aus der Offenbarung lesen: das Lamm, das geschlachtet ist, von Grundlegung der Welt an (Offenbarung 13,8). Gott hat seinen Plan längst geschmiedet um alles herum, was mit Erlösung zu tun hat. Es hätte schneller gehen können — aber es spielt sich so aus, wie Gott es vorausgesehen hat, und jetzt stehen wir an der Stelle, wo es ernst wird: kurz davor, das Land einzunehmen. Jetzt geht es an die moralische Substanz.
Mose selbst darf nicht mit ins Land — wegen seines Ungehorsams Gott gegenüber, den er in seiner Rückschau zusammenfasst. Steve Okunola sieht darin ein Sinnbild, und er betont, dass Mose nicht draußen bleibt, weil er es nie verstanden hätte — Mose wird sterben und in der Auferstehung dabei sein. Aber sinnbildlich verkörpert er das geschriebene Verständnis der Gebote — das ist der : Der Schabbat beginnt dann und dann, so sind die Speisegebote, so viele sind die Abgaben, dann sind die Festtage. Dieses Punktierte, Genaue mag alles sein — aber es lässt sich nicht in jeder Situation einfach so einhalten, und da brauchen wir das Geistige, um in jeder Situation dem Geist der Tora zu leben. Mose übergibt an — und Jehoschua ist, in Steve Okunolas Deutung, der, der uns durch diese Zeit bringen wird. Es ist jetzt mehr als zuvor wichtig, diese Essenz zu erfassen — denn so viel Zeit bleibt uns nicht mehr.
In den kommenden Portionen werden wir neue Dinge lesen, die scheinbar zum ersten Mal gegeben werden — aber sie ruhen auf den Prinzipien der Tora. Die Essenz war schon zu sehen: teilweise im zweiten Buch Mose, sogar im dritten Buch Mose, wo es um die Opfergaben geht. Das wird sich nun entfalten — mit diesem Blick vor Augen: Es ging schon immer um die Essenz.
Kernaussagen
Fragen
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Ebene 1 · Verständnis
Welche Kapitel umfasst die Portion Devarim, und was bedeuten der hebräische und der lateinische Name des Buches?
Sie umfasst 5. Mose 1,1 bis 3,22. Devarim heißt „Worte" (nach dem Anfang „Dies sind die Worte"); Deuteronomium wird als „das Gebot zum zweiten Mal" verstanden, weil die Tora hier wiederholt scheint.
Warum wirkt das fünfte Buch Mose wie eine Wiederholung, und was ist es laut Steve Okunola tatsächlich?
Die am Sinai gegebene Tora scheint für die neue Generation vor der Landnahme noch einmal wiederholt zu werden; tatsächlich wird ihre Essenz — das Geistige und Moralische, das Herz zu Gott — in den Fokus gestellt.
Wie lange hätte die Reise vom Horeb bis Kadesch-Barnea gedauert, und warum wurden 40 Jahre daraus?
Elf Tagereisen (5. Mose 1,2). Alles war bereitet, Gott wollte sein Volk nach Hause holen — aber die Widerspenstigkeit des Volkes, sichtbar in der Rebellion nach der Kundschafter-Aussendung, führte zu den 40 Jahren in der Wüste.
Was verlangt das Königsgesetz in 5. Mose 17, und warum ist es doch nichts völlig Neues?
Ein künftiger König muss sich eine eigene Abschrift der Tora schreiben, beständig darin lesen und nach der Tora regieren. Es wird hier zum ersten Mal so gegeben, entspringt aber den moralischen Grundlagen, die Israel längst erhalten hatte.
Wie spricht Mose in Devarim zur Nation, und welche Rolle spielt das Lied am Ende des Buches?
Wie ein Vater, der bald aus dem Leben scheidet: Er erzählt die Rebellion der ersten Generation, gibt Hoffnung mit und schärft ein, auf die Tora zu achten. Das Lied Mose sollten die Kinder Israels lernen, um im vorausgesagten Exil an Gott zurückzudenken.
Ebene 2 · Bibelstellen
Lies 5. Mose 1,1-2: Welche Orte werden genannt, und wo befindet sich Israel, als Mose diese Worte spricht?
Genannt werden die Wüste, die Ebene gegenüber Suf sowie Paran, Tofel, Laban, Hazerot und Di-Sahab; Israel steht diesseits (östlich) des Jordan. Vers 2 hält fest: Elf Tagereisen sind es vom Horeb über das Gebirge Seir bis Kadesch-Barnea.
Lies 2. Mose 3,12: Was hatte Gott Mose über den Berg vorausgesagt, und wie erfüllte es sich?
Gott sagte zu: „Ihr werdet Gott an diesem Berg dienen." Der Horeb/Sinai war also von vornherein für die Gebotsgabe reserviert — Israel musste dort erscheinen, ganz gleich, welchen Weg die Reise nahm.
Lies Matthäus 13,3-23: Auf welche vier Böden fällt der Same, und welcher bringt Frucht?
Auf den Weg (die Vögel picken ihn auf), auf felsigen Boden (keine Tiefe, er verdorrt), unter die Dornen (die Sorgen ersticken ihn) und auf gutes Land — nur das gute Land bringt Frucht.
Ebene 3 · Vertiefung
Erbsenzählen oder Essenz: An welchen Stellen bist du penibel in Einzelfragen, während Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit und Wahrhaftigkeit im Alltag zu kurz kommen?
Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Die moralische Substanz der Tora zeigt sich nicht im Zählen von Einzelheiten, sondern darin, ob man dir vertrauen kann, ob du die Wahrheit redest und gerade gehst.
Die Eltern-Analogie: Überträgst du Prinzipien, die du in einer Situation gelernt hast, selbstständig auf neue Situationen — oder brauchst du für alles ein neues Gebot?
Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Wer die gleichen Parameter — pünktlich, ehrlich, aufrichtig, hilfsbereit — überall anwendet, hat die Essenz verstanden. Die Tora will nicht für jede Lage ein neues Gesetz liefern, sondern ein geformtes Herz.