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5. Mose 21,10 – 25,19 ~26 Min. Lesezeit

כִּי תֵצֵא

Ki Teze — Wenn du ausziehst (zum Krieg)

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Kriegsgefangene, Erstgeburt, Scheidebrief und Schwagerehe: Zum Abschluss des fünften Buches Mose rückt Ki Tetze die Ehe ins Zentrum — für Steve Okunola die erste Ordnung, aus der alles Leben auf der Erde fließt.

Ki Tetze — „wenn du ausziehst" — beginnt mit den Worten wenn du gegen deine Feinde in den Krieg ziehst und der HERR, dein Gott, sie in deine Hand gibt (5. Mose 21,10) und umfasst 5. Mose 21,10 bis 25,19. Es ist eine der gebotsreichsten Portionen der ganzen Tora, und Steve Okunola sieht in ihrem Kern ein Thema, das alle Einzelgebote zusammenhält: die Ehe. Wie geht man eine Ehe ein, wann und wie darf ein Mann sich scheiden lassen, welche moralischen Instanzen schützen die Frau, was gilt für die Kinder — kurz vor dem Abschluss des fünften Buches Mose, noch bevor Segen und Fluch von den Bergen Garizim und Ebal ausgerufen werden, handelt die Tora ausführlich davon, wie diese Union gehalten wird. Das zeigt, wie gewichtig das Thema ist: Es wird geklärt, bevor Israel ins Land geht.

Interessant ist für Steve Okunola die Art, wie Mose hier vorgeht. Gott hat gewisse Dinge direkt geboten und die Zehn Worte selbst am Berg Sinai gesprochen — aber vieles legt Mose nun aus seinem Verständnis heraus aus, wie die Dinge zu machen sind. Jeschua bestätigt genau das: Als er gefragt wird, wieso Mose denn erlaubt habe, dass ein Mann sich scheiden lässt, antwortet er, Mose hat euch erlaubt, euch von euren Frauen zu scheiden, um eurer Herzenshärtigkeit willen (Matthäus 19,8). Nicht alles hat Gott eins zu eins diktiert — Mose legte vieles aus seinem Verständnis der Tora aus, und genau diese Verantwortung hat Gott dem Menschen gegeben. Aus derselben Verantwortung zieht auch Steve Okunola seine Schlüsse — etwa den, dass das Leben, das ein Mensch leben soll, nur in einer solchen Union gefunden werden kann.

Sein Ausgangspunkt liegt ganz am Anfang der Schrift. Gott adressierte die Aufgaben, die der Mensch auf dieser Erde haben würde, an ein Ehepaar: Er schuf den Menschen in seinem Bild, als Mann und Frau schuf er sie, setzte den Mann in den Garten, dass er ihn bebaue und bewahre, und gab ihm die Frau zur Seite — es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei (1. Mose 2,18). Der Auftrag ist klar, die Frau steht als mit darin, und diese Einheit ist die oberste Autorität, mit der alles angefangen hat. Der Auftrag für die Erde wurde einem Ehepaar gegeben — die Ehe von Mann und Frau ist die erste Autorität, mit der alles auf der Erde begann. Ob die Kinder schon da waren, als Gott diese Verordnung aussprach, ist unerheblich: Kinder tun, was die Eltern sagen, und aus diesen beiden entsprang das ganze Leben.

Genau diese Ordnung war es, die der Teufel zerstörte. Es ging nie um Apfel, Frucht oder das Anfassen eines Baumes, sondern um die geistige Ordnung, die daran hing. Der Sündenfall war kein Streit um eine Frucht, sondern der Bruch der Ordnung: Eva hörte auf eine andere Stimme als die ihres Mannes, und Adam hörte auf die Stimme seiner Frau statt auf Gott. Steve Okunola weist darauf hin, dass Gott nicht direkt zu Eva sprach, obwohl seine Autorität höher gewesen wäre als die Adams — die Ordnung lief über den Mann. Adam hätte Gott fragen können, was er mit dieser neuen Situation anfangen soll, oder seiner Frau klar sagen können, dass sie gerade gegen Gottes Ordnung geht. Stattdessen hörte er auf die Stimme seiner Frau — und darin stecken wir alle in derselben Sünde. So versteht Steve Okunola auch den Ehebruch: Das Verwerfliche liegt nicht allein im Geschlechtsakt, sondern in dem Geist, in dem er geschieht — ein Bund wird gebrochen, jemand gibt sich hin ohne Bund. Dieser Geist drückt sich nur in Frucht, Baum oder Sexualität aus.

Um alles wiederherzustellen, braucht es darum intakte Ehen — denn dort fing alles an. Steve Okunola sagt es so pointiert, wie es heute kaum jemand hören will: Der Mann ist der Gesetzgeber und der Leiter, und die Frau soll sich fügen — das hat nichts mit Unterdrückung zu tun; die Frau soll nicht leiten, sondern Gehilfin sein. Eine Frau, die hört und das Wort ehrt, und ein Mann, der wirklich steht und leitet, gelten heute als unmodern, konträr, verstaubt. ist für Steve Okunola dabei nicht darauf begrenzt, dass eine Frau ihren eigenen Weg gehen möchte — er ist ein Geist: Man sagt Selbstbestimmung und Gleichberechtigung und gesteht damit ein, dass eine Ordnung da war, die man nun umkehren will. Wer heute im Café erklärt, die Frau solle sich selbst finden und selbst bestimmen, bekommt Beifall aus allen Lebensbereichen; wer von Ordnung zu Hause zwischen Mann und Frau spricht, wird angeschaut, als käme er vom Jupiter. Dabei ist dieser Umbruch historisch jung: In Deutschland konnte der Ehemann bis 1958 das Arbeitsverhältnis seiner Frau kündigen, wenn es der Familie ins Gehege kam, und erst die Eherechtsreform von 1977 beseitigte das gesetzliche Leitbild der Hausfrauenehe — wenige Jahrzehnte später gilt als verrückt, was davor selbstverständlich war.

Von dort blickt Steve Okunola in das, was sich heute Gemeinde nennt. Man könne eine Gemeinde aufsuchen und dürfe nicht einmal überrascht sein, dass die geistliche Leitung dort eine geschiedene Frau ist — die dann Ältesten, Männern von fünfzig, sechzig Jahren mit erwachsenen Kindern, denen nach 1. Timotheus 5,17 doppelte Ehre gebührt, erzählt, was sie zu tun haben. Sein Urteil fällt hart aus: Das alles muss zerbrechen, und zwar mit einem riesengroßen Knall. In keiner Weise soll eine Frau eine Gemeinde Gottes leiten — Gott spricht durch Männer: Der Mann leitet, und die Frau hört. Er stützt das auf 1. Timotheus 3: wenn jemand das Amt eines Vorstehers begehrt, so begehrt er ein schönes Werk (1. Timotheus 3,1) — und die erste Qualifikation dieses Mannes ist, dass er seinem eigenen Haus gut vorsteht; der Maßstab ist dabei kein Tyrann, der seinen Haushalt in Aufruhr bringt, sondern ein Mann, der leitet, ohne zu herrschen. Die Frage der Frauen in Leitungsämtern gehört freilich zu den wirklich umstrittenen unter Auslegern — Steve Okunola kennt die Gegenstimmen und hält ihnen seine Lesung kompromisslos entgegen. Warum manche Männer es nicht mochten, wenn er in seltenen Fällen öffentlich auch seine eigene Frau korrigierte, kann er nach eigenen Worten nicht beweisen, aber er vermutet den Stachel von Kain und Abel: Es stört, wenn jemand sichtbar bereit ist, Gott das Beste zu opfern und das zu tun, was er sagt.

Auch über das Tora-Lernen selbst denkt er laut nach. Der Leiter einer Gemeinde soll die Tora wie in einem Seminar studieren, gern auch mit Hebräisch und Urtexten — aber die Belegschaft soll er nicht damit belasten, welche Stämme wo lagerten und was heute als Schweineprodukt gilt. Die Menschen haben ganz andere Fragen im Alltag: Meine Frau hört nicht, mein Mann leitet nicht richtig, die Kinder hören nicht — und genau diese Themen behandelt Ki Tetze. Besonders scharf geht Steve Okunola mit der Hebräische-Wurzeln-Bewegung ins Gericht, aus seiner Sicht eine der schlimmsten Gruppierungen, die man sich vorstellen kann: Menschen nehmen Schweinefleisch, Bart und Mischgewebe todernst, prüfen Hebräisch und Griechisch — aber ihre Ehe, ihre Leitung und ihr Vorhaben für Gott schleifen sie nicht aus. Was nützt die ganze hebräische Perspektive, wenn man nicht einmal das tut, was der Herr sagt?

Deshalb sein Rat an Menschen im Glauben: Geh darauf hin, eine Ehe zu schließen — nicht auf ein wenig Sexualität; die ist nur der Katalysator, der Antrieb. Außerhalb der Ehe kann sie in keiner Form gelebt werden; es ist nach Steve Okunola auch nicht gottgewollt, dass ein Mensch sich selbst befriedigt — schon das ist ein Anstoß, sich vorzubereiten und an den eigenen Qualitäten zu arbeiten. Die Ehe ist der Ort, wo der Mensch am meisten und am höchsten geschliffen wird — kein anderer Ort reicht daran heran. Eine steile Karriere sagt etwas über Fleiß und Verlässlichkeit, aber wenn sie außerhalb dieser Union gefunden wird, sagt sie nicht viel aus, denn der Auftrag auf der Erde wurde Mann und Frau gegeben. Steve Okunola verweist darauf, dass nach Aussage vieler Psychologen zahlreiche Frauen, die die Ehe für Selbstbestimmung und Karriere aufgeschoben haben, diesen Schritt mit fünfzig bereuen, wenn Kinder und Enkel fehlen und der verpasste Punkt nicht wiederkommt. Und er legt nach: Wer nicht geheiratet und keine Kinder erzogen hat, weiß oftmals nicht, wovon er spricht — jeder sollte durch die Ehe hindurch, außer der Herr hat etwas anderes für ihn. Wer eine Scheidung hinter sich hat, auch unverschuldet, soll damit nach vorne gehen und an sich arbeiten; es geht nicht um Schuldzuweisung, sondern darum, Verantwortung zu übernehmen.

Nun zum Text selbst. Ki Tetze setzt die aus 5. Mose 20 voraus: Frieden anbieten, wo Frieden möglich ist — aber mit den sieben Völkern Kanaans aus 5. Mose 7 gab es keine Kompromisse. Wie wendet man das heute an? Feinde Gottes sind automatisch deine Feinde, sagt Steve Okunola, aber ich bekriege sie nicht, indem ich sie beschimpfe. Ich kann versuchen, sie zu gewinnen, und ihnen durch mein Leben zeigen, dass es für die Menschheit gedacht ist, nach Gottes Art zu leben — ohne dabei Perlen vor die Säue zu werfen und jedem hinterherzulaufen. Freundlichkeit hat Grenzen, und Grenzen waren schon das Thema der vorigen Portion. Zugleich gibt es Dinge, bei denen er radikal trennt: Wo Menschen bestimmte Praktiken leben, die Gott streng verbietet, geht er nicht mit nach Hause — so wie Israel mit jenen Völkern nichts zu tun haben sollte. Dass Entzweiung sogar durch das eigene Haus gehen kann, ohne dass jemand zur Axt greift, sagt Jeschua selbst in Matthäus 10: Der Glaube entfacht Krieg auch dort, wo äußerlich Frieden herrscht.

Dann der erste konkrete Fall: Im Krieg sieht ein Mann unter den Gefangenen eine Frau, schön von Gestalt (5. Mose 21,11), und will sie zur Frau nehmen. Was heute in Kriegen geschieht — geschändete Frauen, missbrauchte Kinder, Menschen als Beute — erlaubt die Tora gerade nicht: Die ist kein Eigentum, sondern ein Mensch, den Gott geschaffen hat. Sie bekommt dreißig Tage, um Vater und Mutter zu beweinen; das Adrenalin des Krieges kühlt ab, die erregten Gemüter kommen zur Besinnung, und erst danach darf er zu ihr eingehen. Will er sie später nicht mehr, muss er sie nach ihren Wünschen freilassen — verkaufen oder als Sklavin behandeln darf er sie niemals, darum, dass er sie geschwächt hat. Steve Okunola überträgt diese Wartezeit auf einen Klassiker aus seiner Seelsorge: Da schreibt eine junge Frau, ein Mann gefalle ihr, sie würde aber nur jemanden im Glauben heiraten — und siehe da, er will sich jetzt bekehren. Wegen einer Frau oder eines Mannes zum Glauben? Das nimmt er nicht sofort ab. Sein Rat, den er ausdrücklich von dieser Stelle ableitet: Zeit geben, Monate, Unterweisung bei einer verheirateten Familie statt allein in einem Appartement — und wenn dann Früchte sichtbar sind, kann man weiterreden.

Damit hängt die Grundsatzfrage zusammen, ob man jemanden heiraten kann, der nicht im Glauben ist. Nach 1. Korinther 7 tendenziell nein: Man fängt keine Ehe mit jemandem an, der nicht im Glauben ist, egal wie nett und freundlich die Person ist — sie muss sich aktiv zum Gott Israels bekennen, und Steve Okunola meint damit keine „hebräische Perspektive", sondern eine lebendige Beziehung zu Gott. Utopische Anforderungen an die Vergangenheit lehnt er dabei ab: In der Minute, in der jemand sich bekehrt, ist er eine neue Person und kommt als Partner in Frage, wenn die Werte mit dem übereinstimmen, was die Tora über das Leben sagt. Wer dagegen schon verheiratet ist und dann zum Glauben kommt, braucht die Ehe nicht aufzulösen, solange der andere sie weiterführen will; fängt der Partner aber an, ihn während des Glaubens und wegen des Glaubens zu bedrängen und zu drangsalieren, ist eine Scheidung möglich, ohne weiter gebunden zu sein. Ansonsten gilt: Eine Geschiedene soll man nicht heiraten.

Es folgt das : Hat ein Mann zwei Frauen, eine geliebte und eine ungeliebte, und der Erstgeborene stammt von der ungeliebten, dann darf er das Recht nicht nach seiner Vorliebe verbiegen — der Erstgeborene bekommt den doppelten Anteil. So wurde Josef behandelt wie der Erstgeborene, weil seine zwei Söhne als zwei Stämme in Israel gelten und er damit die doppelte Portion erhielt, wie es 1. Mose 48 zeigt. Automatisch ist die Stellung dennoch nicht: Wo der Erstgeborene nicht so agiert, wie er sollte — wie Ruben, der Schuld auf sich lud, oder wie Kain —, kann das Erbe an ihm vorbeigehen. Das Recht schützt vor der Willkür des Vaters, nicht vor den Folgen des eigenen Verhaltens.

Direkt danach der harte Fall: Ein , den Vater und Mutter nicht bändigen können, wird von den Eltern selbst zu den Ältesten ans Tor der Stadt gebracht — ein Schlemmer und ein Säufer (5. Mose 21,20), dessen irdische Gelüste dazu führen, dass er nicht hört. Auffällig ist, dass kein Beweis verlangt wird. Steve Okunola erklärt es so: Eltern, die diesen Schritt gehen, wissen, dass in der Minute, in der sie es aussprechen, die Todesstrafe auf ihrem Sohn liegt — wer so weit geht, will wirklich für das Gute einstehen, selbst wenn es das eigene Kind kostet. Das entspricht 5. Mose 13, wo selbst die geliebte Frau, die am Busen liegt, angezeigt werden soll, wenn sie zu anderen Göttern verführen will. Der Gehorsam gegenüber den Eltern ist das fünfte Gebot und hängt an derselben Ordnung, die mit der Ehe beginnt: Auch wer Eltern hat, die nicht im Glauben sind, soll sie ehren — ohne ihren geistlichen Rat befolgen zu müssen und ohne Krieg und Beschimpfung.

Dann das Wort, das das Neue Testament aufgreift: Wenn an einem Mann eine todeswürdige Sünde ist und er getötet und danach an ein Holz gehängt wird, soll sein Leichnam nicht über Nacht hängen bleiben — das ist der : ein Fluch Gottes ist der Gehängte (5. Mose 21,23). Das Aufhängen war ein antiker Brauch der Verachtung: nicht einmal begraben, sondern zur Schau gestellt — schau, dahin führt es, wenn jemand so böse und aufsässig ist. Genau dieses Bild trug Jeschua: Er wurde getötet und ans Holz gehängt und trug das Gericht, das wir hätten tragen müssen — Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns wurde (Galater 3,13). Die Verunreinigung des Landes deutet Steve Okunola nicht als hygienisches Problem: Das Böse soll nicht dauerhaft zur Schau gestellt werden, die Menschen sollen nicht ständig damit konfrontiert sein. Darin sieht er ein Bild für heute, wo Dinge, die Gott streng verbietet, im Fernsehen und in den sozialen Medien pausenlos ausgestellt und propagiert werden — für ihn eine massive geistige Welle, die gegen die Gemeinde gerichtet ist. Und weil das Gericht nach 1. Petrus 4,17 am Haus Gottes beginnt und die Gläubigen zuerst geprüft werden, lautet seine Endzeit-Mahnung: Fokussiere dich auf die Aufgaben des Herrn, höre nicht auf und mach dich bereit auf seine Wiederkunft.

Wie praktisch die Tora Nächstenliebe buchstabiert, zeigen die folgenden Gebote. Was du findest, gibst du zurück — selbst wenn es einem Feind gehört; du behältst nichts für dich. Das verirrte Rind bringst du heim, dem zusammengebrochenen Tier hilfst du auf. Wer ein neues Haus baut, macht ein Geländer um sein Dach, damit keine Blutschuld auf sein Haus kommt — das Dach war damals Lebensraum: David sah von dort Batseba, wie 2. Samuel 11 erzählt, und Petrus stieg aufs Dach, um zu beten, wie Apostelgeschichte 10 berichtet. Der gemeinsame Nenner: Achte darauf, dass dein Nächster an dir, deinem Besitz und deinen Baustellen keinen Schaden erleidet. Liebe erfüllt das Gesetz — und die Tora bleibt dabei nie abstrakt, sondern gibt Beispiele zum Anfassen.

Dazwischen stehen die Mischverbote: den Weinberg nicht mit zweierlei besäen und das Verbot von — Wolle und Leinen in einem Gewand. Was genau gemeint ist, wird unter Auslegern seit jeher unterschiedlich beantwortet, und Steve Okunola legt seine eigene Entwicklung offen: Früher hat er es so verstanden und gelebt, dass er überhaupt kein Mischgewebe trug; heute versteht er es als Verbot dieser bestimmten Mischung — und vor allem als Prinzip. Es geht um Trennung: Gott trennt, was getrennt gehört, in Beziehungen, Rollen und Ordnungen, und wir sollen nicht vermischen, was er geschieden hat. Spitz fügt er hinzu: Man kann auf jedes Etikett schauen und Artikel über Mischgewebe schreiben — und zugleich wild in der Ehe leben und sich nicht unter Kontrolle haben; das eine ersetzt das andere nicht. Direkt danach folgen die : Quasten an den vier Zipfeln des Gewandes, die nach 4. Mose 15 an die Gebote Gottes erinnern.

Breiten Raum nimmt der Fall des Mannes ein, der eine Frau heiratet, zu ihr eingeht und sie dann loswerden will, indem er behauptet, sie sei nicht jungfräulich gewesen — eine Anschuldigung, auf der, wäre sie wahr, die Steinigung stünde. Die Jungfräulichkeit war die selbstverständliche Basis der Ehe in Israel: keine ungewollten Kinder, ein moralisch klarer Anfang. Zugleich weist Steve Okunola die Irrlehre zurück, ein Gläubiger dürfe auch heute nur eine Jungfrau heiraten — in der Welt, in der wir leben, sind die meisten nicht ungeschoren, ihn selbst eingeschlossen, und wer sich bekehrt, ist eine neue Person. Bringen die Eltern das Laken als Beweis der Jungfräulichkeit, kassiert der Verleumder Schläge, zahlt hundert Schekel Silber an den Vater — das Doppelte dessen, was als üblich war — und darf die Frau sein Leben lang nicht entlassen. Nach 5. Mose 19,16–19 müsste ein falscher Zeuge eigentlich genau das erleiden, was er dem anderen zudachte — hier also den Tod. Warum wird er nicht gesteinigt? Steve Okunola sieht gerade darin die Auslegung zum Schutz der Frau: Würde der Mann sterben, stünde eine womöglich aus dieser einen Nacht schwangere Frau als Witwe da; so aber bleibt die Ehe bestehen, ihre Versorgung ist gesichert, und der Name ihrer Familie ist öffentlich reingewaschen. Die Tora stellt sich schützend vor die Frau — bei der Kriegsgefangenen, bei der falschen Anschuldigung und beim Übergriff auf dem Feld gelten ihre Würde und ihre Unschuldsvermutung. Wer nur den Buchstaben liest, versteht das nicht; der Buchstabe tötet, wie Paulus sagt, während Liebe und Klarheit der Fokus des Gesetzes sind. Diesen Geist zeigt Josef: Als er Marias Schwangerschaft entdeckte, ging er nicht an die Öffentlichkeit, sondern wollte sie heimlich entlassen, um ihr Schande und Todesstrafe zu ersparen — und wird in Matthäus 1 gerade dafür gerecht genannt.

Ehebruch dagegen bleibt Ehebruch: Liegt ein Mann bei einer verheirateten Frau, sterben beide, denn sie hat mit eingewilligt — so soll das Böse aus Israel weggeschafft werden, wie es schon 3. Mose 20 sagt. Steve Okunola hält die Gegenwart daneben: Heute zieht mancherorts die Frau aus, weil der Mann nicht mehr ihren Interessen entspricht, bekommt die Kinder zugesprochen und Unterhalt — obwohl sie fremdgegangen ist. Eine Gesellschaft, die so auf dem Kopf steht, kann nach seinem Urteil nicht überdauern; man mag ihn dafür als verschroben abstellen, aber man schaue auf die Ergebnisse. Bei der verlobten Frau unterscheidet die Tora dann genau: Geschieht es in der Stadt und sie hat nicht geschrien, sterben beide — man hätte sie gehört, also hat sie eingewilligt. Geschieht es auf dem Feld, stirbt nur der Mann, denn dort konnte ihr niemand helfen: Man geht von der Unschuld der Frau aus. Stadt und Feld stehen nach Steve Okunolas Verständnis stellvertretend für Situationen, in denen Hilfe möglich oder unmöglich war — ein Hochhaus im vierzigsten Stock, in dem tagsüber alle zur Arbeit sind, wäre „Feld". Gott kennt die Herzen: Eine Frau, deren Kind in Gefahr ist, schreit, egal was ihr selbst droht — so tief sitzt der Schrei dort, wo jemand etwas wirklich nicht will.

Und der Fall der nicht verlobten Jungfrau, den Spötter gern als Freibrief lesen — als könne ein Mann, der es auf normalem Weg nie zu einer Frau schaffen würde, sich einfach eine nehmen und müsse sie dann nur heiraten? Steve Okunola hält das für verrückt gedacht: Die Bedingungen des Zusammenhangs gelten weiter. Hätte sie geschrien, stünde auf der Tat der Tod; hier geht die Tora davon aus, dass sie sich verführen ließ und einwilligte. Der Mann zahlt dem Vater fünfzig Schekel Silber, muss sie zur Frau nehmen und darf sie sein Leben lang nicht entlassen — er trägt lebenslang die Versorgung für das, was er angerichtet hat. Und nach 2. Mose 22,15–16 kann der Vater die Heirat verweigern und dennoch den Brautpreis verlangen, wenn er seine Tochter diesem Mann auf keinen Fall geben will. Ein Schlupfloch für Übergriffe gibt es nicht.

Kapitel 23 regelt, wer in die kommen darf. Ausgeschlossen sind Entmannte — Steve Okunola denkt dabei an Selbstverstümmelung aus religiösem Eifer, nicht an Unfälle —, ebenso ein , nach verbreiteter Deutung nicht nur ein unehelich, sondern ein aus Inzucht geborenes Kind, weil auch das die Ordnung zerstört, die Gott meint. Kein Ammoniter und kein Moabiter soll hineinkommen — bemerkenswerterweise nicht wegen ihrer Herkunft aus Lots Inzucht, sondern weil sie Israel auf dem Weg aus Ägypten nicht mit Brot und Wasser entgegenkamen und Bileam, den Sohn Beors, dingten, um Israel zu verfluchen. Hier erfüllt sich 1. Mose 12,3: Verflucht sei, wer dich verflucht — wer Gottes Volk verflucht hat, kommt nicht in Gottes Gemeinde. Den Edomiter aber sollst du nicht verabscheuen, denn er ist dein Bruder, und den Ägypter nicht, denn du bist Fremdling in seinem Land gewesen: Der Glaube an den Gott Israels war nie exklusiv — wer dazukommen wollte, dem wurde es erlaubt.

Es folgen die Reinheit im Lager — Gott soll beim Durchschreiten nichts Anstößiges finden, was für Steve Okunola nebenbei auch heißt, dass Gläubige sauber und gepflegt sein sollen — und ein bemerkenswertes Sklavengebot: Ein entflohener Knecht, der nach Israel kommt, darf nicht an seinen Herrn ausgeliefert werden, sondern soll Ruhe und Aufnahme finden. Dass Paulus Onesimus dennoch zu Philemon zurückschickt, ist für Steve Okunola kein Widerspruch, sondern der Beweis, dass Paulus den Geist statt des Buchstabens verstanden hat: Unter Brüdern gilt nicht mehr Sklave und Eigentum — der Geist der Liebe wird es regeln, also schickt er ihn als Bruder zurück. Weiter: kein Hurenlohn ins Haus Gottes, auch nicht der eines männlichen Prostituierten; dem Bruder keinen Zins auferlegen, sondern die Hand weit auftun, um ihm zu helfen; und was du Gott gelobst, wird er von dir einfordern — darum sprich Gelübde nicht leichtfertig aus.

Kapitel 24 kommt zum — hebräisch Get, dem Wortsinn nach eine Urkunde, ein Brief. Ein Mann findet an seiner Frau „etwas Schändliches" — Ehebruch war es nicht, sonst stünde die Steinigung darauf — und entlässt sie mit diesem Brief. Heiratet sie einen anderen und wird wieder frei, darf der erste Mann sie niemals zurücknehmen; das Land würde dadurch verunreinigt. Denn es geht um mehr als Sexualität: Sich einem anderen anzuvertrauen und mit ihm einen Bund zu schließen, entfacht etwas Neues, das nicht wieder gut gemacht wird, indem man zum ersten zurückkehrt. Was einmal geschieden und neu verbunden wurde, kann nicht zurückgenommen werden — darum darf eine Scheidung niemals leichtfertig geschehen. Wer sich mit hartem Herzen scheiden will, kennt die Rahmenbedingungen von vornherein. Genau hier setzt Jeschua an: Eine Ehescheidung sollte gar nicht vorkommen, und wer eine Entlassene heiratet, bricht die Ehe, wie er in Matthäus 5 sagt — die Pharisäer dagegen fragten, ob man sich aus jedem beliebigen Grund scheiden dürfe, und dehnten die Auflösung immer weiter aus. Dass Ehen immer leichter aufzulösen sind, gehört für Steve Okunola — er kennzeichnet es als seine Deutung — zu einem Plan, eine Gesellschaft zu schwächen. Und noch Gott selbst redet in diesem Bild: Israel wird als Ehefrau gesehen, und Jeremia 3 nimmt genau dieses Gesetz auf.

Kurz und scharf dann: Wer einen aus den Kindern Israel raubt, ihn als Sklaven behandelt oder verkauft, stirbt — Menschenraub duldet die Tora nicht. Und weiter: Habe acht beim und tue alles, was die Priester, die Leviten, euch sagen; gedenke dessen, was der HERR an Mirjam tat. Aus 3. Mose 13 ist bekannt, wie mit der Plage umzugehen ist — hier aber, so deutet Steve Okunola, geht es darum, sie gar nicht erst auf sich zu ziehen: Mirjam wurde aussätzig, als sie sich gegen die von Gott eingesetzte Leitung stellte. Für ihn ist das eine Mahnung, die geistliche Leitung nicht zu verachten — während man sich heute, wenn einem der Pastor nichts zu sagen haben soll, einfach eine neue Gemeinde sucht.

Wieder wird die Liebe praktisch: Das Pfand holst du nicht aus dem Haus des Schuldners, und dem Armen gibst du den Mantel vor Sonnenuntergang zurück, damit er darin schlafen kann. Den Lohn des Tagelöhners behältst du nicht über Nacht — er ist arm und sehnt sich danach. Väter sollen nicht für die Kinder getötet werden noch Kinder für die Väter; jeder stirbt für seine eigene Sünde — die Seele, die sündigt, sie soll sterben, wie es auch Hesekiel 18 sagt: Jeder trägt seine eigene Last. Das Recht des Fremdlings und der Waise beugst du nicht, das Kleid der Witwe pfändest du nicht — sie sind schutzlos, und wenn sie zu Gott rufen, wird er hören. Und die : Feld, Ölbaum und Weinberg erntest du nicht restlos ab, sondern lässt etwas für den Fremdling, die Waise und die Witwe — Steve Okunola erinnert daran, dass bis heute abends Menschen über abgeerntete Kartoffelfelder gehen und die Restkartoffeln auflesen. Kassiere nicht jede Frucht rastlos ein, damit es dir gut geht in dem Land, das Gott dir gibt.

Kapitel 25 begrenzt die gerichtliche Strafe: darf man dem Schuldigen geben und nicht mehr, damit dein Bruder nicht vor deinen Augen verächtlich wird. Was mehr als vierzig verdient hätte, wäre eine Sache der Todesstrafe — der Verleumder aus Kapitel 22 kam also nur knapp unterhalb der Höchststrafe davon. Im Neuen Testament wurde diese Praxis noch gehalten: Paulus empfing in den Synagogen fünfmal vierzig Schläge weniger einen, wie er in 2. Korinther 11 berichtet. Steve Okunola malt sich aus, wie ein Gottesdienst aussähe, in dem solche Zucht noch geübt würde — und wie wenige Menschen wohl noch kämen, wenn Sünde vor der Gemeinde spürbare Konsequenzen hätte. Wer wüsste, welche Folgen die Tora an Heirat, falsches Zeugnis und Scheidung hängt, würde vorsichtig heiraten und sich nicht leichtfertig scheiden. Direkt daneben steht: du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden (5. Mose 25,4). Paulus wendet es auf Menschen an: Älteste, die gut vorstehen, sind nach 1. Timotheus 5 doppelter Ehre wert, denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert — kümmert sich Gott etwa um die Ochsen? Gib jedem, der für dich arbeitet, seinen Lohn, und lass niemanden umsonst für dich arbeiten.

Zum Abschluss die , das Levirat: Wohnen Brüder beieinander und stirbt einer ohne Sohn, soll sein Bruder die Witwe heiraten und seinem Bruder Samen erwecken, damit dessen Name nicht aus Israel ausgelöscht wird. Der Mensch ist für die Ewigkeit geschaffen, und sein Name soll weiterleben — derselbe Gedanke wie bei den Töchtern Zelofhads, durch die der Name ihres Vaters erhalten blieb. Die Tora erwartet diese Aufopferung aus Liebe, zwingt aber niemanden: Verweigert der Bruder sich, geht die Witwe mit ihm zu den Ältesten ans Tor, zieht ihm den Schuh aus und spuckt ihm ins Gesicht, und sein Haus heißt fortan „". Der Schuh ist dabei kein Zufall: Mit dem Fuß schritt man Land ab und beanspruchte Erbe — wer seinem Bruder kein Erbe und keinen Namen erwecken wollte, dem wird das Zeichen des Erbens symbolisch genommen. Bei Boas und Rut sehen wir denselben Brauch gelöst: Der nähere Löser zieht den Schuh aus, und Boas tritt ein, wie Rut 4 erzählt. Der Mensch bleibt frei, sich zu entscheiden — aber er lebt dann mit der Schande.

Die Ehre der Frau ist in dieser Portion groß — ihre Freiheit aber nicht grenzenlos: Greift eine Frau, die ihren Mann aus der Hand seines Schlägers retten will, dem Gegner an die Scham, soll ihre Hand abgehauen werden; dein Auge soll sie nicht schonen. Selbst der gute Zweck heiligt nicht jedes Mittel — alles bleibt in seinem Rahmen. Und zuletzt die Redlichkeit im Handel: keine zweierlei Gewichtssteine im Beutel, ein großer für den Einkauf und ein kleiner für den Verkauf. Da, wo dein Gewinn liegt, sollst du kein anderes Maß haben — handle immer aufrichtig, denn wer solches Unrecht tut, ist dem HERRN ein Gräuel.

Die Portion schließt mit : denke daran, was dir Amalek angetan hat auf dem Weg, als ihr aus Ägypten zogt (5. Mose 25,17) — wie er dich hinterrücks angriff und alle Schwachen schlug, die ermattet zurückblieben, und Gott nicht fürchtete. Wenn der HERR dir Ruhe gegeben hat, sollst du das Andenken Amaleks auslöschen. Nach den Geboten, Edomiter und Ägypter nicht zu verabscheuen, zeigt das die andere Seite derselben Wahrheit: Liebe erfüllt das Gesetz, aber Liebe hat Grenzen — mit dem, was sich offen gegen Gott stellt, gibt es keine Kompromisse. Die weichgespülte Kuschelliebe, die alles duldet und alles billigt, ist nicht die Liebe der Schrift. Wer tun will, was Gott sagt, muss auch Grenzen ziehen — und mag dafür dem einen oder anderen stur erscheinen.

Was sagt uns Ki Tetze am Ende? Dass die Ehe geführt werden soll, wie Gott es will, weil aus der Union von Mann und Frau die Harmonie kommt, mit der alles auf der Erde eingesetzt wurde. Wo die Gemeinschaft nicht gut läuft, sind die Probleme nach Steve Okunola auch in Ehelosigkeit und schlecht geführten Ehen zu finden — nicht weil die Ehe versagt hätte, sondern weil die Menschen darin sich prüfen müssen, Mann und Frau zugleich; daraus fließt Kraft für die Gesellschaft. Und dennoch bleiben Feinde, die dagegen sprechen: Mit manchen kannst du umgehen, mit manchen darfst du keine Kompromisse machen, und am Ende wird Gott alles richten. Die Botschaft ist: Bleibe in Treue zu Gott nach seinen Geboten und lerne Tora mit dem Ziel, ihn zu ehren. Die nächste Portion, Ki Tavo (5. Mose 26,1 – 29,8), führt dann genau dorthin, wohin Steve Okunola hier schon vorausblickte: zu den Erstlingsfrüchten im Land — und zu Segen und Fluch, die von den Bergen Garizim und Ebal über Israel ausgerufen werden.

Kernaussagen

01 Der Auftrag für die Erde wurde einem Ehepaar gegeben: Die Ehe von Mann und Frau ist die erste Autorität, mit der alles auf der Erde begann.
02 Der Sündenfall war kein Streit um eine Frucht, sondern der Bruch der Ordnung: Eva hörte auf eine andere Stimme, und Adam hörte auf die Stimme seiner Frau statt auf Gott.
03 Nicht alles hat Gott eins zu eins diktiert: Mose legte vieles aus seinem Verständnis der Tora aus, und genau diese Verantwortung hat Gott dem Menschen gegeben.
04 Die Tora stellt sich schützend vor die Frau: bei der Kriegsgefangenen, bei der falschen Anschuldigung und beim Übergriff auf dem Feld gelten ihre Würde und ihre Unschuldsvermutung.
05 Nach Steve Okunola soll in keiner Weise eine Frau eine Gemeinde Gottes leiten: Gott spricht durch Männer — der Mann leitet, und die Frau hört.
06 Die Ehe ist der Ort, wo der Mensch am meisten und am höchsten geschliffen wird; jeder soll sich auf sie vorbereiten, statt ihr auszuweichen.
07 Was einmal geschieden und neu verbunden wurde, kann nicht zurückgenommen werden; darum darf eine Scheidung niemals leichtfertig geschehen.
08 Liebe erfüllt das Gesetz, aber Liebe hat Grenzen: Mit dem, was sich offen gegen Gott stellt, gibt es keine Kompromisse.

Fragen

Erst selbst überlegen — die Lösung erscheint nach dem Klick.

Ebene 1 · Verständnis

Was bedeutet der Name Ki Tetze, und welchen Abschnitt der Tora umfasst die Portion?

Ki Tetze heißt „wenn du ausziehst" — gemeint ist der Auszug zum Krieg gegen deine Feinde. Die Portion umfasst 5. Mose 21,10 bis 25,19 und gehört zu den gebotsreichsten der ganzen Tora.

An wen richtete Gott den Auftrag für die Erde, und welche Rolle bekam die Frau darin?

An ein Ehepaar: Gott setzte Adam in den Garten, ihn zu bebauen und zu bewahren, und gab ihm Eva als Gehilfin. Diese Einheit ist die erste Autorität, mit der alles auf der Erde begann.

Worin bestand nach Steve Okunola der eigentliche Sündenfall?

Nicht im Essen einer Frucht, sondern im Bruch der Ordnung: Eva hörte auf eine andere Stimme als die ihres Mannes, und Adam hörte auf die Stimme seiner Frau statt auf Gott.

Wie begründet Jeschua in Matthäus 19, dass Mose den Scheidebrief gestattete, und was folgert Steve Okunola daraus?

Mose gestattete ihn um der Herzenshärtigkeit der Menschen willen. Steve Okunola folgert: Nicht alles hat Gott eins zu eins diktiert; Mose legte vieles aus seinem Verständnis der Tora aus, und diese Verantwortung hat Gott dem Menschen gegeben.

Welche Schutzbestimmungen gelten für die kriegsgefangene Frau?

Sie erhält dreißig Tage, um Vater und Mutter zu beweinen und zur Besinnung zu kommen; erst danach darf der Mann sie heiraten. Will er sie später nicht mehr, muss er sie nach ihren Wünschen freilassen und darf sie weder verkaufen noch als Sklavin behandeln.

Was garantiert das Erstgeburtsrecht, und wann kann das Erbe dennoch am Erstgeborenen vorbeigehen?

Der Erstgeborene erhält den doppelten Erbanteil, auch wenn seine Mutter die ungeliebte Frau ist; die Vorliebe des Vaters darf das Recht nicht aushebeln. Nur wenn der Erstgeborene sich durch sein eigenes Verhalten disqualifiziert — wie Ruben oder Kain —, geht das Erbe an ihm vorbei, wie es bei Josef geschah.

Warum verlangen die Ältesten beim störrischen Sohn keinen Beweis von den Eltern?

Weil Eltern, die diesen Schritt bis zum Tor gehen, um die Todesstrafe wissen. Wer sein eigenes Kind so anzeigt, will wirklich für das Gute einstehen — vergleichbar mit 5. Mose 13, wo selbst die geliebte Frau angezeigt werden soll, wenn sie zu fremden Göttern verführt.

Was ist mit der Verunreinigung des Landes gemeint, wenn der Leichnam eines Gehängten über Nacht hängen bleibt?

Nicht giftige Ausdünstungen, sondern die dauerhafte Zurschaustellung des Bösen: Die Menschen sollen nicht ständig damit konfrontiert werden. Steve Okunola sieht darin ein Bild für heute, wo Dinge, die Gott verbietet, im Fernsehen und in den sozialen Medien pausenlos zur Schau gestellt werden.

Wie versteht Steve Okunola heute das Verbot von Schaatnes?

Nicht als Verbot jedes Mischgewebes — so hat er es früher gelebt —, sondern als Verbot der bestimmten Mischung von Wolle und Leinen und vor allem als Prinzip: Gott will Trennung; was getrennt gehört, soll nicht vermischt werden.

Welche Strafe erhält der Mann, der seine Frau fälschlich beschuldigt, nicht jungfräulich gewesen zu sein — und warum wird er nicht gesteinigt?

Er kassiert Schläge, zahlt hundert Schekel Silber — das Doppelte des üblichen Brautpreises — an den Vater und darf die Frau sein Leben lang nicht entlassen. Nach 5. Mose 19 hätte ein falscher Zeuge eigentlich den Tod verdient; doch die Steinigung würde die womöglich schwangere Frau als Witwe zurücklassen. So bleibt die Ehe bestehen und ihre Versorgung gesichert — die Tora schützt die Frau.

Wonach entscheidet die Tora bei der verlobten Frau, ob sie mitschuldig ist — und wofür stehen Stadt und Feld nach Steve Okunolas Verständnis?

Danach, ob sie geschrien hat: In der Stadt hätte man sie gehört, also gilt Schweigen als Einwilligung, und beide sterben; auf dem Feld konnte niemand helfen, also gilt die Frau als unschuldig, und nur der Mann stirbt. Stadt und Feld stehen stellvertretend für Situationen, in denen Hilfe möglich oder unmöglich war.

Was geschieht mit einem Mann, der die Schwagerehe verweigert?

Die Witwe zieht ihm vor den Ältesten den Schuh aus und spuckt ihm ins Gesicht; sein Haus heißt fortan „Haus des Barfüßers". Der Schuh, mit dem man Land abschritt und Erbe beanspruchte, wird ihm symbolisch genommen, weil er seinem Bruder keinen Namen und kein Erbe erwecken wollte.

Ebene 2 · Bibelstellen

Lies Matthäus 19,3–9: Was antwortet Jeschua den Pharisäern auf die Frage, ob man sich aus jedem beliebigen Grund scheiden dürfe?

Er verweist auf die Schöpfung — was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden — und erklärt, Mose habe die Scheidung nur um der Herzenshärtigkeit willen gestattet; von Anfang an war es nicht so.

Lies 1. Mose 48,13–20: Wie zeigt sich bei Josefs Söhnen, dass die Erstgeburtsstellung nicht automatisch nach der Geburtsreihenfolge geht?

Jakob kreuzt die Hände, legt die Rechte auf Ephraim, den Jüngeren, und segnet ihn vor Manasse, dem Erstgeborenen — gegen Josefs Einspruch.

Lies Galater 3,13: Wie wendet Paulus das Wort vom Fluch des Gehängten aus 5. Mose 21,23 an?

Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes losgekauft, indem er selbst ein Fluch für uns wurde — denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der am Holz hängt.

Lies 5. Mose 19,16–19: Was soll eigentlich mit einem falschen Zeugen geschehen?

Der Fall soll genau untersucht werden, und dem falschen Zeugen soll das angetan werden, was er seinem Bruder zudachte — bei einer todeswürdigen Anschuldigung also der Tod.

Lies Matthäus 1,18–19: Wie reagiert Josef auf Marias Schwangerschaft, und wie wird er dafür genannt?

Er will sie nicht öffentlich bloßstellen, sondern heimlich entlassen — und wird gerade deshalb gerecht genannt: der Geist der Tora, der die Frau schützt, statt sie zu vernichten.

Lies 1. Timotheus 5,17–18: Wie verbindet Paulus das Gebot vom dreschenden Ochsen mit der Gemeinde?

Älteste, die gut vorstehen, besonders die in Wort und Unterweisung arbeiten, sind doppelter Ehre wert — denn die Schrift sagt: Du sollst dem dreschenden Ochsen nicht das Maul verbinden, und: Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.

Lies Rut 4,1–10: Wie wird dort der Fall des Lösers geregelt, der nicht einlösen will?

Der nähere Löser lehnt vor den Ältesten im Tor ab und zieht seinen Schuh aus, um das Löserecht abzutreten; Boas erwirbt damit das Erbe und nimmt Rut zur Frau, um dem Verstorbenen den Namen zu erhalten.

Lies 2. Mose 22,15–16: Welches zusätzliche Recht des Vaters ergänzt die Regelung aus 5. Mose 22,28–29?

Der Vater kann sich weigern, dem Verführer seine Tochter zu geben — der Mann muss den Brautpreis dennoch zahlen. Es gibt also kein Schlupfloch, sich eine Frau durch einen Übergriff zu erzwingen.

Ebene 3 · Vertiefung

Feinde Gottes sind automatisch deine Feinde — aber wie bekriegst du sie? Wo beschimpfst du Menschen, statt sie durch dein Leben zu gewinnen, und wo fehlt dir umgekehrt die radikale Trennung von Dingen, mit denen es keine Kompromisse geben darf?

Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Wo redest du über Menschen statt mit ihnen, und wo zeigst du durch dein Leben, dass Gottes Wege gut sind? Und umgekehrt: Bei welchen Dingen, die Gott klar verbietet, machst du noch Kompromisse, wo radikale Trennung nötig wäre?

Die Ehe ist der Ort, wo du am höchsten geschliffen wirst. Welche Qualitäten schleifst du jetzt schon an dir — und wo arbeitest du konkret an deiner Ehe, statt auf Schuldzuweisung auszuweichen?

Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Welche konkrete Eigenschaft — Verlässlichkeit, Sanftmut, Bereitschaft zu leiten oder zu hören — arbeitest du diese Woche an dir? Wenn du verheiratet bist: Wo wartest du darauf, dass der andere sich ändert, statt bei dir selbst anzufangen?

Der Leichnam des Gehängten sollte nicht dauerhaft zur Schau gestellt werden. Was lässt du dir durch Bildschirm und soziale Medien täglich zur Schau stellen — und was davon müsstest du abhängen?

Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Zähle einen Tag lang, wie oft dir Inhalte begegnen, die Gott verbietet und die dennoch gefeiert werden. Was davon holst du dir freiwillig auf den Bildschirm — und was könntest du diese Woche bewusst abschalten?

Die Nachlese verlangt, nicht alles restlos einzukassieren. Wo in deinem Einkommen, deiner Zeit oder deiner Ernte lässt du bewusst etwas für Schwächere übrig?

Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Die Nachlese war fest eingeplanter Verzicht, kein spontanes Almosen. Welchen festen Anteil deiner Zeit oder deines Einkommens könntest du verbindlich für Schwächere reservieren, statt alles restlos einzukassieren?

Amalek zeigt: Liebe hat Grenzen. Wo verwechselst du Liebe mit grenzenlosem Dulden — und welche Grenze müsstest du ziehen, auch wenn du dafür stur wirkst?

Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Gibt es eine Beziehung oder eine Gewohnheit, bei der du aus vermeintlicher Liebe alles duldest, obwohl sie dich oder andere von Gott wegzieht? Welche Grenze müsstest du ziehen, und was hindert dich bisher daran?

PDF herunterladen Video folgt für diese Parascha.