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5. Mose 31,1 – 31,30 ~13 Min. Lesezeit

וַיֵּלֶךְ

Wajelech — Und er ging

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Mosche wird 120 Jahre alt, übergibt die Leitung an Joschua und die geschriebene Tora an Priester und Älteste — und Gott kündigt im selben Atemzug den Abfall des Volkes an. Steve Okunola darüber, warum die Einsicht, dass Gott fehlt, noch lange keine Umkehr ist.

Die Portion beginnt mit einem Abschied. Mosche geht hin und redet vor ganz Israel: Ich bin heute 120 Jahre alt, ich vermag nicht mehr aus- und einzugehen (5. Mose 31,2). Das ist die Redewendung für das Führen eines Volkes, für den Dienst an der Spitze. Und der HERR hat ihm gesagt, dass er nicht über diesen Jordan gehen wird. Der Grund liegt weit zurück, am Haderwasser von (4. Mose 20,1-13): Mosche sollte zum Felsen reden, geschlagen worden war der Felsen bereits einmal zuvor (2. Mose 17,6), aber er schlug ihn erneut. Nun aber lies, was am Ende der Tora über denselben Mann steht: Sein Auge war nicht schwach geworden und seine Frische nicht entschwunden (5. Mose 34,7). Er konnte noch sehen, er hatte noch seine Kräfte. Nicht das Alter beendet den Dienst von Mosche, sondern sein Amt ist ans Ziel gekommen.

Zwei Dinge werden in dieser Portion übergeben. Zuerst die geschriebene Tora: Mosche schrieb dieses Gesetz nieder und gab es den Priestern, den Söhnen Levis, die die Lade des Bundes trugen, und allen Ältesten Israels (5. Mose 31,9). sind die Empfänger. Steve Okunola legt Wert auf die Unterscheidung: Ein als solcher durfte nicht an die Lade herantreten, das war allein den Priestern unter den Söhnen Levis vorbehalten — der Text nennt sie deshalb auch ausdrücklich. Und er nennt eben nicht nur sie. Dass auch die Ältesten das Buch bekommen, ist kein Nebensatz. Wäre die Tora nur Sache der Priester gewesen, dann hätte sie als Reliquie im Heiligtum liegen können, als ein weiteres Möbelstück neben den anderen. Die Tora wurde nicht als Reliquie neben die Lade gelegt, sondern Priestern und Ältesten übergeben, damit sie aktiv gelehrt und gelebt wird.

Das Ziel bleibt dabei unverändert, auch wenn die Leitung wechselt: Israel soll ins verheißene Land. Das Volk ist das Ziel, und darin verherrlicht sich Gott. Am brennenden Dornbusch hatte er Mosche als Zeichen genannt: Wenn du das Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr an diesem Berg Gott dienen (2. Mose 3,12). Dass das Volk ins Land kommt, ist der Beweis dafür, dass Gott es erlöst hat. Deshalb argumentierte Mosche, wenn er für das Volk eintrat, auch mit Gottes Namen vor den Nationen: Sie würden sagen, er habe sie nicht ins Land bringen können und sie deshalb in der Wüste sterben lassen (4. Mose 14,13-16). Gott verherrlicht sich an einem erlösten Volk, und darum ist es keine Kleinigkeit, wenn Menschen, die öffentlich zu Gott stehen — Christen, messianische Gläubige, Tora-Halter, wie immer sie sich nennen —, ihn in ihrem Leben nicht verherrlichen. Das ist nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte.

In der liegen die beiden Tafeln: Das sind die , und sie sind die Basis der Gesellschaft Israels. Das übrige Buch, alles, was Mosche aufgeschrieben hatte, wird an die Seite der Lade gelehnt: Nehmt dieses Buch der Tora und legt es zur Seite der Lade des Bundes des HERRN, eures Gottes, damit es dort zum Zeugen gegen dich sei (5. Mose 31,26). Dieses Buch ist der . Mosche begründet das mit einem harten Satz über sein eigenes Volk: Er kennt ihren Widerspruchsgeist und ihre , und schon jetzt, solange er noch bei ihnen lebt, sind sie widerspenstig gewesen (5. Mose 31,27). Der Rest der Tora neben den zehn Worten ist gewissermaßen der Kommentar dazu: Was mache ich, wenn ich eine Frau kennenlerne, was mache ich, wenn ich in eine andere Stadt ziehe, was mache ich, wenn ich ein Haus baue und das Dach sichern muss (5. Mose 22,8). Der Kern von allem aber bleibt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst (3. Mose 19,18).

Zur Übergabe gehört auch eine Anordnung für die Zukunft. Alle sieben Jahre, im Erlassjahr, in der , soll die Tora am Laubhüttenfest vor dem versammelten Volk vorgelesen werden: Versammle das Volk, die Männer und die Frauen und die Kinder und deinen Fremden, der in deinen Toren ist, damit sie hören und damit sie lernen (5. Mose 31,12). Steve Okunola liest das nicht als Ausgleich für ein Defizit, so als müsste in einem Jahr nachgeholt werden, was sonst versäumt wurde. Er sieht darin ein freudiges Ereignis und eine Erinnerung: Dass Gott uns überhaupt seine Gebote gibt und dass wir sie halten dürfen, ist selbst schon ein Zeichen dafür, dass wir sein Volk sind. Welche Portion in welchem Rhythmus gelesen werden soll, steht dort übrigens nicht. Das überließ Mosche den Priestern und den Ältesten — und genau das ist auch das Bild für heute: dass die, die vorangehen, das Wort dort austeilen und verkündigen, wo sie sind, und zwar nach dem, was die Gemeinschaft gerade braucht.

Dann kommt die zweite Übergabe. Joschua wird vor den Augen des ganzen Volkes berufen: Sei stark und mutig! Denn du, du wirst mit diesem Volk in das Land kommen, das der HERR ihren Vätern geschworen hat, ihnen zu geben (5. Mose 31,7). Beide werden ins Zelt der Zusammenkunft gerufen, und Gott erscheint in der , die sich über den Eingang des Zeltes stellt (5. Mose 31,15). Joschua wird also amtlich eingesetzt, und das Volk sieht mit eigenen Augen, dass die Leitung übergeht.

Hier sieht Steve Okunola ein Bild, und er kennzeichnet es ausdrücklich als seine eigene Deutung — man könne viel hineinlegen, sagt er, und er sei ermutigt dadurch, dass auch Paulus sehr viele Sinnbilder aus der Tora nutzte. Das Bild ist dieses: Mosche steht für das geschriebene Wort, für die Satzungen, die Waschungen, den Tempeldienst. Er ist der , von dem Paulus schreibt: So ist die Tora unser Zuchtmeister geworden auf den Messias hin (Galater 3,24). Und der Name des Nachfolgers ist kein Zufall. setzt sich zusammen aus dem Gottesnamen und der Wurzel für retten und erlösen; aus derselben Vollform ist der Name Jeschua zusammengezogen. Mosche kommt nicht ins Land, Aaron auch nicht, und mit ihnen bleibt das levitische Priestertum draußen. Die geschriebene Tora bringt niemanden ins Land hinein; sie ist Lehrmeister auf den hin, dessen Name Rettung bedeutet — hineingeführt wird das Volk durch Gnade.

Dabei steht in diesem Bild etwas auf dem Kopf, und Steve Okunola sagt es selbst: In Wirklichkeit ist Jeschua höher als Mosche, im Bild aber war Joschua der Diener und Lehrling, der Mosche gehorsam war. Genau daraus folgt für ihn: Jeschua ist nicht gekommen, um die Tora aufzuheben. Was wir bekommen, ist eine neue Anwendung dessen, was die Tora wirklich sagt. Nichts davon ist aufgehoben; vieles hat sich erfüllt, auch wenn es heute nicht mehr in derselben Form umsetzbar ist. Hier gehen die Auslegungen weit auseinander — viele Ausleger sehen das Zeremonialgesetz mit dem Kreuz als beendet an, während Steve Okunola von Erfüllung und veränderter Anwendung spricht. Sein Beispiel ist das Hochziehen zu den Festen: Zu hinaufzugehen ist heute so nicht möglich, und nach Sacharja 14,16 liegt die große Erfüllung ohnehin noch vor uns, wenn die Nationen hinaufziehen werden, um in Jeruschalajim anzubeten. Also frage ich mich, was ich dort vorgefunden hätte: Gemeinschaft, gute Lehre, den rechten Umgang miteinander, Organisation. Und dann frage ich mich, warum ich das nicht hier anwenden soll, nicht nur an einem Tag, sondern im Alltag.

Dasselbe gilt für den . Dort wurde die Tora auf Steine geschrieben, dort wurden die Flüche ausgerufen: Verflucht sei, wer nicht die Worte dieser Tora aufrechthält, sie zu tun (5. Mose 27,26). Auf demselben Berg aber stand ein Altar aus unbehauenen Steinen, und dort wurden Brandopfer und Friedensopfer dargebracht und gegessen und gefreut (5. Mose 27,5-7). Fluch und Opfer am selben Ort. Wenn ich heute kein Tier mehr opfere, was opfere ich dann täglich, um das zu erreichen, worauf das Gebot zielt, nämlich dass mein Wesen dem Wesen von Jeschua ähnlich wird? Dafür braucht es die Opfergaben, die dort oben auf dem Berg standen. Und genau deshalb ist auch kein neues Thema und ihre Inanspruchnahme kein Missbrauch: Wir hätten ohnehin keine Chance gehabt, allein durch das Halten der Satzungen ins Land zu kommen.

Und dann kommt der dunkle Teil dieser Portion. Gott sagt zu Mosche: Siehe, du wirst dich zu deinen Vätern legen, und dieses Volk wird sich aufmachen und den fremden Göttern des Landes nachhuren, in dessen Mitte es kommt, und es wird mich verlassen und meinen Bund brechen (5. Mose 31,16). Sein Zorn wird entbrennen, er wird sie verlassen und sein Angesicht vor ihnen verbergen, und viele Übel und Drangsale werden sie treffen. Dieses ist die angekündigte Antwort auf den Abfall. Man könnte nun meinen, das Volk sei einfach der vielen Riten müde geworden, der Opfer, der Feste. Aber das trägt nicht, sagt Steve Okunola: Die fremden Götter hatten selbst Riten und verlangten ihrerseits Opfer. Es geht also nicht um die Mühe, sondern um einen Lebensstil, den man nicht mehr leben will. Menschen leben nicht jahrelang aufrecht, gut und liebevoll und nennen dann eines Tages den Namen eines Götzen. Das ganze Leben ist vorher schon anders geworden — die Ehe, das Haus, der Umgang miteinander. Der Abfall beginnt nicht damit, dass ein fremder Götzenname ausgesprochen wird, sondern damit, dass ein Mensch nicht mehr aufrichtig wandelt: Weil er Gott nicht mehr liebt, kehrt er auch dem Nächsten den Rücken.

Was das Volk dann sagt, klingt fast wie eine Erkenntnis: Haben nicht darum diese Übel mich getroffen, weil mein Gott nicht in meiner Mitte ist? (5. Mose 31,17). Und trotzdem folgt der Satz: Ich aber werde an jenem Tage mein Angesicht gänzlich verbergen um all des Bösen willen, das es getan hat, weil es sich zu anderen Göttern hingewandt hat (5. Mose 31,18). Warum ändert die Einsicht nichts? **Zu erkennen, dass Gott nicht in der Mitte ist, ist noch keine ; Buße heißt, von einem Lebensweg umzukehren und zu Gott zurückzukehren.** Dasselbe Muster steht in der Offenbarung: Menschen werden mit Geschwüren geschlagen, und sie lästerten den Namen Gottes und taten nicht Buße (Offenbarung 16,9-11). Sie merken, dass etwas nicht stimmt, und bleiben, wo sie sind. Steve Okunola sagt dazu offen, dass er sich auf die Drangsal nicht freut: Noch ist schönes Wetter, noch ist es warm, noch haben wir zu essen, und wir können in Ruhe darüber sprechen. Aber wenn es losgeht, soll man sich daran erinnern, worum es geht.

Denn wozu sollte man in einer solchen Zeit umkehren? Man kann nicht zur Stiftshütte zurückkehren, und es genügt nicht, nach Jeruschalajim zu ziehen. Umkehren kann man nur von einem Lebensweg. Hier wird Steve Okunola sehr konkret und sehr unbequem. Er erzählt aus seiner Zeit im Verkauf: Wenn dort Menschen aus verschiedenen Gebieten zu einer Konferenz zusammenkamen, verstanden sie einander sofort, ohne sich zu kennen. Vertriebler, Ärzte, Handwerker — jeder wusste, wie es dem anderen geht, weil sie einen ähnlichen Weg hinter sich hatten, Kunden, Praxisaufbau, Kredite, Disziplin. Nun kommst du zum Glauben, suchst eine Gemeinde, triffst Menschen, die seit zehn Jahren glauben, und irgendwann kommen mehrere Gemeinden zusammen — und du fragst dich, wie Menschen so unterschiedlich sein können. Nicht in den Berufen, sondern im Kern. Hättest du sie auf der Straße gesehen, dir wäre gar nichts aufgefallen.

Am schärfsten sagt er das über die Bewegung, die sich nennt, und die ihn die letzten Jahre wirklich beschäftigt hat. Da kommen Menschen aus allen Richtungen zu einem Treffen zusammen, zu Neumond, zu Sukkot, und du freust dich auf Geschwister, die vielleicht einen ähnlichen Weg gehen: verheiratet, auf die Ehe vorbereitet, heilig lebend, mit einem Verständnis von Heiligkeit. Man spricht zwei Tage über Neumond und über das Fest und lernt etwas aus der Tora — warum auch nicht. Aber die Essenz des Lebens: Wie lebst du eigentlich, und warum hast du den Alltag nicht im Griff? Teilweise schlimme Fälle, sagt er. Der Alltag ist nicht im Griff, und dennoch bist du mit Geld hierher gereist, um über die Tora zu lernen. Ist denn nicht die Tora das Leben? Man trägt und Bart, Dinge, die in den Gemeinschaften auf und ab gefeiert werden und die schön sind — er hätte überhaupt kein Problem damit, sich in Jeruschalajim zu versammeln und gemeinsam zu lesen, wenn dabei der Alltag läuft. Nicht jeder muss gleich leben. Aber er redet von Partnern, die sich in der Kindererziehung nicht einig sind, die öffentlich streiten, bei denen die Dinge nicht funktionieren — und dann kann man endlich hinreisen und gemeinsam feiern, und danach geht die Woche wieder von vorne los. Sein zugespitztes Beispiel: ein Mann, der Kinder von dreißig Jahren haben könnte, der immer noch auf dem Dachboden wohnt, den ihm die Oma überlassen hat, nie geheiratet hat, nicht gern auf Menschen zugeht — aber die Schönheit der Tora erkannt hat. So extrem, sagt er, habe er es selbst noch nicht gesehen, wohl aber Dinge, bei denen man sich fragt: Wir könnten uns im Alltag überhaupt nicht ergänzen, sondern nur über Bibel und Pastoren und die Lage der Welt reden. Eigentlich aber müssten wir uns so aufstellen, dass unser Leben miteinander kompatibel ist — so sind wir eins, und so geben wir Gott die Ehre.

Gute Lehre gibt es überall; prüfen muss man die Essenz des Lebens. Wenn du dich also das nächste Mal zu einer Konferenz aufmachst, um Tora zu lernen, dann achte darauf, ob du mit diesen Menschen auch im Alltag zusammenkommen würdest. Dass die Lebenslagen sich unterscheiden, ist dabei kein Einwand: Der eine hat Kinder von dreißig Jahren, der andere ist gerade erst verheiratet und hat ein Baby von zwei Monaten — die Essenz bleibt dieselbe. Und die Anwendung der Tora findet nirgendwo anders statt als im praktischen Alltag. Du musst dafür auch nirgendwo hingehen: Gott ist dort zu finden, wo du sitzt und wo du stehst, wo du dich hingelegt hast, wo du kochst und wo du zur Arbeit gehst.

Zum Schluss gibt Gott dem Volk noch etwas mit, das nicht auf einer Rolle liegen bleibt, sondern in die Menschen hineingeht: das , das im nächsten Kapitel steht und das Israel lernen soll (5. Mose 31,19-22.30). Es soll durch die Generationen hindurch daran erinnern, wohin man zurückkehren soll. Und Joschua wird ermutigt, stark zu sein und voranzugehen und dafür zu sorgen, dass Israel nicht in den Götzendienst und in den Abfall gerät. Genau das ist auch heute die Aufgabe derer, die vorangehen und lehren: das Thema ansprechen, nicht aufhören, sich nicht entmutigen lassen, wieder darüber reden, auch wenn es schwer ist. Dass Israel im Land ist, bleibt der Beweis dafür, dass Gott hält, was er verspricht — sie haben es erlangt, wurden vertrieben, die Stadt wurde zerstört und wieder aufgebaut, ein Zyklus, dessen Endgültiges noch aussteht und erst in der Ewigkeit kommt. Gott wird sich verherrlichen. Wir müssen dranbleiben, unser Leben im Griff behalten und uns immer wieder daran erinnern.

In der nächsten Portion, Haasinu, folgt dieses Lied dann selbst: 5. Mose 32, Himmel und Erde als Zeugen, der Fels, dessen Tun vollkommen ist, und ein Rückblick auf die Geschichte eines Volkes, das satt wurde und ausschlug.

Kernaussagen

01 Nicht das Alter beendet Mosches Dienst — seine Kraft war ungeschwächt; sein Amt war ans Ziel gekommen.
02 Die geschriebene Tora bringt niemanden ins Land hinein; sie ist Lehrmeister auf den hin, dessen Name Rettung bedeutet — hineingeführt wird das Volk durch Gnade.
03 Gott verherrlicht sich an einem erlösten Volk; darum ist es keine Kleinigkeit, wenn Menschen, die öffentlich zu Gott stehen, ihn im Alltag nicht verherrlichen.
04 Der Abfall beginnt nicht damit, dass ein fremder Götzenname ausgesprochen wird, sondern damit, dass ein Mensch nicht mehr aufrichtig wandelt — wer Gott nicht mehr liebt, kehrt auch dem Nächsten den Rücken.
05 Zu erkennen, dass Gott nicht in der Mitte ist, ist noch keine Buße; Buße heißt Umkehr von einem Lebensweg zurück zu Gott.
06 Die Tora wurde nicht als Reliquie neben die Lade gelegt, sondern Priestern und Ältesten übergeben, damit sie aktiv gelehrt und gelebt wird.
07 Gute Lehre gibt es überall — geprüft werden muss die Essenz des Lebens, nämlich ob jemand seinen Alltag im Griff hat.
08 Für die Umkehr braucht es keinen besonderen Ort: Gott ist dort zu finden, wo du wohnst, wo du kochst und wo du zur Arbeit gehst.

Fragen

Erst selbst überlegen — die Lösung erscheint nach dem Klick.

Ebene 1 · Verständnis

Warum darf Mosche nicht über den Jordan gehen, und warum liegt es nicht an seinem Alter?

Weil er am Haderwasser von Meriba den Felsen schlug, statt zu ihm zu reden (4. Mose 20). Am Alter liegt es nicht: Am Ende der Tora heißt es ausdrücklich, dass sein Auge nicht schwach und seine Kraft nicht geschwunden war (5. Mose 34,7). Sein Dienst war an sein Ziel gekommen, nicht seine Kraft am Ende.

Wem übergibt Mosche das geschriebene Buch der Tora, und warum ist es bedeutsam, dass nicht nur die Priester genannt werden?

Er übergibt es den Priestern, den Söhnen Levis, und allen Ältesten Israels. Dass auch die Ältesten es bekommen, zeigt nach Steve Okunola, dass die Tora nicht als Reliquie in der Stiftshütte liegen sollte, sondern aktiv gelehrt und im Volk verteilt werden musste.

Welche Aufgabe hat das Buch der Tora an der Seite der Bundeslade?

Es liegt dort als Zeuge gegen das Volk. Mosche begründet das ausdrücklich mit der Halsstarrigkeit Israels: Er weiß, dass sie abfallen werden, und die hinterlegte Schriftrolle wird sie dann überführen.

Was soll im siebten Jahr geschehen, und wie deutet Steve Okunola den Sinn dieser Anordnung?

Im Erlassjahr soll am Laubhüttenfest die Tora vor dem versammelten Volk gelesen werden, vor Männern, Frauen, Kindern und Fremden. Steve Okunola sieht darin keinen Ausgleich für Defizite, sondern eine freudige Erinnerung: Dass Gott uns seine Gebote gegeben hat, ist selbst schon ein Zeichen dafür, dass wir sein Volk sind.

Welches Bild sieht Steve Okunola in der Übergabe von Mosche an Joschua?

Mosche steht für das geschriebene Wort mit seinen Satzungen und Waschungen; dieses Wort führt und erzieht, bringt aber selbst niemanden ins Land. Joschua, dessen Name Rettung bedeutet, führt hinein. Steve Okunola kennzeichnet das ausdrücklich als sein eigenes Bild, das er in der Sache sieht.

Warum reicht die Einsicht des Volkes nicht aus, dass die Übel es getroffen haben, weil Gott nicht in seiner Mitte ist?

Weil diese Einsicht keine Umkehr ist. Das Volk stellt fest, was fehlt, wendet sich aber nicht von seinem Lebensweg und von den Götzen ab — deshalb verbirgt Gott sein Angesicht weiterhin. Dasselbe Muster zeigt die Offenbarung, wo Menschen unter den Plagen Gott lästern, statt Buße zu tun.

Woran soll man nach Steve Okunola prüfen, ob jemand die Tora nicht nur lehrt, sondern lebt?

An der Essenz seines Lebens: ob Ehe, Kindererziehung, Arbeit und Alltag geordnet sind. Gute Lehre gibt es überall; entscheidend ist, ob man mit diesem Menschen auch im Alltag zusammenkommen und Übereinstimmung finden könnte und nicht nur über Bibelthemen reden kann.

Ebene 2 · Bibelstellen

Lies 4. Mose 20,1-13: Was genau war Mosches Fehler, und was hatte Gott ihm aufgetragen?

Gott hatte ihm gesagt, er solle zum Felsen reden, damit dieser sein Wasser gibt. Mosche redete stattdessen zornig zur Gemeinde und schlug den Felsen zweimal. Geschlagen worden war der Felsen bereits früher (2. Mose 17,6); dieses Mal sollte allein das Wort genügen. Gott urteilt, dass Mosche und Aaron ihn vor den Augen Israels nicht geheiligt haben, und darum führen sie das Volk nicht ins Land.

Lies 5. Mose 34,7: Was wird dort über Mosches Zustand gesagt, und was folgt daraus für Wajelech?

Dort steht, dass Mosche 120 Jahre alt war, sein Auge nicht schwach geworden und seine Frische nicht entschwunden war. Wenn er in 5. Mose 31,2 sagt, er könne nicht mehr aus- und eingehen, meint er also nicht seinen körperlichen Verfall, sondern das Ende seines Auftrags.

Lies Galater 3,23-25: Welche Aufgabe hat die Tora dort, und wie passt das zur Übergabe an Joschua?

Paulus nennt die Tora einen Zuchtmeister oder Erzieher auf den Messias hin, unter dessen Aufsicht man bis zu dessen Kommen steht. Genau dieses Verhältnis sieht Steve Okunola im Bild: Mosche erzieht und führt bis an die Grenze, hinein führt der, dessen Name Rettung bedeutet.

Lies 5. Mose 31,10-13: Wer soll bei der Vorlesung dabei sein, und welches Ziel wird genannt?

Männer, Frauen, Kinder und der Fremde in den Toren. Das genannte Ziel ist, dass sie hören, lernen, den HERRN fürchten und die Worte der Tora tun — und ausdrücklich auch, dass die Kinder, die es noch nicht kennen, es hören und lernen.

Ebene 3 · Vertiefung

Wenn jemand aus deiner Gemeinschaft dich eine Woche lang im Alltag begleiten würde und nicht nur bei einem Treffen erlebt — was würde er über dein Verhältnis zur Tora schließen?

Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Steve Okunola vergleicht das mit Berufskollegen, die sich sofort verstehen, weil ihr Alltag denselben Kern hat. Wo verstehst du dich mit Geschwistern nur über Bibelthemen und nirgends sonst? Und woran liegt das?

Auf dem Berg Ebal standen Fluch und Altar nebeneinander. Was ist heute dein tägliches Opfer, damit dein Wesen dem Wesen des Messias ähnlicher wird?

Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Benenne konkret, was dich täglich etwas kostet — Zeit, Bequemlichkeit, Recht haben, Geld. Wenn dir dazu nichts einfällt, ist das selbst schon die Antwort.

Wo bist du bei der bloßen Feststellung stehen geblieben, dass etwas in deinem Leben nicht stimmt, ohne tatsächlich umzukehren?

Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Das Volk erkennt richtig, dass Gott fehlt, und bleibt trotzdem, wo es ist. Nimm einen konkreten Punkt und entscheide, welcher erste Schritt heute noch möglich wäre.

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