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5. Mose 33,1 – 34,12 ~8 Min. Lesezeit

וְזֹאת הַבְּרָכָה

Wesot Haberacha — Und dies ist der Segen

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Die letzte Portion der Tora: Mosche segnet die Stämme, stirbt auf dem Berg Nebo und wird von Gott selbst begraben. Steve Okunola liest den Schlusssegen als Blick in die Endzeit — Israel fällt ab, aber am Ende steht die Wiederherstellung.

Mit schließt die Tora. Steve Okunola setzt beim ersten Vers ein: Und dies ist der Segen, womit Mosche, der Mann Gottes, die Kinder Israel vor seinem Tod gesegnet hat (5. Mose 33,1). Was folgt, ist die Segnung der Stämme — ähnlich wie damals der Patriarch Jakob seine Söhne segnete (1. Mose 49), nur dass aus den einzelnen Söhnen inzwischen riesengroße Mengen geworden sind. Es ist der letzte Akt eines Mannes, der weiß, dass er das Land selbst nicht betreten wird.

Auffällig ist die Ordnung, in der die Stämme aufgezogen sind: weder nach der Geburtsreihenfolge noch danach, wie sie sich um das Stiftszelt herum gelagert haben. Ruben steht wieder an erster Stelle, obwohl er sein verspielt hatte, als er das Lager seines Vaters bestieg (1. Mose 35,22). Dass Ruben trotzdem zuerst genannt wird, ist für Steve Okunola ein Zeichen der Wiederherstellung — die Stellung des Erstgeborenen selbst bleibt aber verteilt: die Führerschaft bei Juda, der Priesterdienst bei Levi. Schimon wird in dieser Aufzählung übergangen; nach Juda und Levi folgen Benjamin und Josef, die Söhne Rachels, dann Sebulon und Issachar, die Söhne Leas — jeweils der Jüngere vor dem Älteren — und schließlich die Söhne der Mägde.

Was die einzelnen Segnungen im Detail bedeuten, dazu gibt es viel Kommentar und viele Auslegungen; für Steve Okunola ist das nicht der entscheidende Punkt. Entscheidend ist ihm die Gesamtrichtung. In , dem Lied unmittelbar davor, war prophetisch vorausgesagt, dass Israel sich abwenden wird. Hier aber, ganz am Schluss, steht der Segen: Die Tora endet nicht mit dem Abfall Israels, sondern mit seiner Wiederherstellung.

Dass dieser Segen weit über Mosches Zeit hinausblickt, liest Steve Okunola schon aus dem zweiten Vers: JHWH ist vom Sinai gekommen und ist ihnen aufgegangen von Seir her; aus seiner Rechten ging Gesetzesfeuer für sie hervor (5. Mose 33,2). Seir ist — dasselbe Edom, das Israel auf dem Weg ins Land nicht angreifen und dessen Gebiet es nicht anrühren durfte (5. Mose 2,4-5). Bei Jesaja kommt der Herr genau von dort zurück, aus Bozra, in rotem Gewand (Jesaja 63,1), und in Offenbarung 19 sitzt der auf dem weißen Pferd in einem blutgetränkten Gewand, weil er zum Krieg kommt. Vom Sinai her kam er, um die Gebote zu geben, von Edom her kommt er zum Krieg — das ist für Steve Okunola die Endzeit, in die dieser Segen hineinblickt. Er kennzeichnet das ausdrücklich als seine eigene Zusammenschau: dass hier in einem einzigen Vers beide Kommen nebeneinandergestellt sind.

Dazu passt für ihn das aus der Rechten Gottes, denn am Ende geht die Tora neu von Zion aus: denn von Zion wird die Weisung ausgehen (Jesaja 2,3). Und der Kreis der Gesegneten ist größer als ein Volk: Ja, er liebt die Völker; alle seine Heiligen sind in deiner Hand, und sie lagern zu deinen Füßen, ein jeder empfängt von deinen Worten (5. Mose 33,3). Gottes Erlösung bleibt nicht auf das leibliche Israel beschränkt: Er liebt die Nationen, und auch aus den Heidenvölkern lagern Erlöste zu seinen Füßen und empfangen von seinen Worten. Dass er dabei von heiligen her kommt, also mit den Engelscharen, unterstreicht für Steve Okunola noch einmal: Hier ist von Zukunft die Rede, vom wiederkommenden Gott, von einem geläuterten und gesegneten Volk. Der Weg dorthin führt, wie in den Portionen davor oft genug beschrieben, durch Drangsal, Prüfung und Läuterung.

Wer zu Gott gehört, wird gesegnet und wird den Stämmen zugeordnet — und genau deshalb hält Steve Okunola die Frage, welchem Stamm man selbst angehört, für belanglos. Ob Juda, Sebulon oder Naftali: Feststellen kann man es ohnehin nicht. Es gibt Gespräche darüber, es gibt Forschung, es gibt Leute, die aus ihrer DNA ableiten, sie kämen eher aus einem bestimmten Stamm. Er glaubt diesen ganzen Hype nicht: Sei du nur treu, dann wirst du wiederhergestellt — die Zuordnung überlässt man dem Herrn. Israel ist zuerst das leibliche Volk, das aus der Blutlinie kommt, mit ihm hat es angefangen; aber es weitet sich aus auf alle Nationen, auf die, die aus den Völkern wirklich Buße getan haben. Wer das liest, in dem entsteht eine Sehnsucht: dass der Herr alles wiederherstellt, dass wir diese Zeit überstehen und durchmachen, dass wir eines Tages, wenn er wiederkommt, durch Gnade würdig gefunden werden, vor ihm zu stehen.

Kapitel 34 ist dann der Abschied. Weil ihm das Land als Strafe verwehrt bleibt, steigt Mosche auf den hinauf, sieht mit seinen eigenen Augen die ganze Weite des Landes, das er nicht betreten darf — und kommt nicht mehr herunter. Er stirbt dort oben, und Gott selbst begräbt ihn: Und er begrub ihn im Tal, im Land Moab, und niemand weiß sein Grab bis auf diesen Tag (5. Mose 34,6).

Aus dieser verborgenen Grabstätte hat die Auslegung viel gemacht. Im Neuen Testament wird berichtet, dass der Erzengel Michael mit dem Teufel um den Leichnam Mosches stritt (Judas 9); der Stoff stammt aus der jüdischen Tradition. Ob es wirklich so passiert ist, sagt Steve Okunola offen, weiß er nicht — die Schrift selbst gibt dazu keinen Hinweis. Wichtiger ist ihm, wozu die Stelle im Neuen Testament als Beispiel dient: Michael beschimpfte den Satan nicht und ging ihn nicht an, sondern sagte nur: Der Herr schelte dich (Judas 9). Wenn schon ein Erzengel nicht schmäht, sondern es dem Allerhöchsten überlässt — was sind dann wir Menschen, die über Obrigkeiten lästern.

Warum aber blieb das Grab geheim? Für Steve Okunola liegt der Sinn in der : Auf dem Berg erscheinen Mosche und Elia neben Jeschua (Matthäus 17,1-3). Mosche wird aus den Augen Israels genommen, er geht hinauf und kommt nicht wieder herunter — so wie Jeschua vor den Augen der Jünger in den Himmel ging (Apostelgeschichte 1) und erst wiedergesehen wird, wenn er kommt. Die Verklärung zeigt zugleich die Verbindung zwischen den dreien: Durch Mosche kam die Tora, Elia brachte die Tora zurück, als Israel schon kurz davor stand, in den Götzendienst zu gehen, und Jeschua erfüllt die Tora. Ob Mosche Verwesung gesehen hat, ist unter Auslegern strittig: Manche Kommentare kommen so herüber, als sei sein Leib bewahrt worden. Steve Okunola sagt dazu klar, dass er das so nicht verstehen kann — er wurde ja begraben, also glaubt er, dass er Verwesung sah; das geistliche Prinzip, dass er den Augen entzogen ist, bleibt davon unberührt.

Der Schlusssatz über Mosche wiegt schwer: Und es stand in Israel kein Prophet mehr auf wie Mosche, den JHWH gekannt hätte von Angesicht zu Angesicht (5. Mose 34,10). Mosche war der des ersten Bundes, und diese Position hatte er ganz klar inne: Er vermittelte zwischen dem Volk und Adonai. Gott will, dass sein Volk sich naht, aber das Volk kann es nicht von sich aus — das war die lange Lektion der Opfergaben in Wajikra. Keiner kann da einfach hinlaufen. meinten, sie könnten anbeten, wie sie wollten, und brachten Räucherwerk auf ihre eigene Art dar; es hatte Konsequenzen (3. Mose 10,1-2). Dieser eine Mittler muss distinkt und abgesondert sein. Gerade weil kein Prophet wie Mosche mehr aufstand, schattet er den vor, der uns wahrhaftig nahe zum Vater bringtEinen Propheten wie dich werde ich ihnen erwecken aus der Mitte ihrer Brüder (5. Mose 18,15).

Mosche wird beweint, und dann geht es weiter. **Die Führung geht auf über, der mit dem Geist Gottes erfüllt ist und das Volk ins verheißene Land bringt: Der Rangordnung nach steht Mosche viel höher, aber auch Jehoschua ist ein Abbild — auf den Herrn, der uns eines Tages ins verheißene Land und zum Vater bringt.** Und die Frage, wann dieser Herr wiederkommt, führt zurück an den Anfang der Portion: Er kommt zum Krieg, mit den heiligen Myriaden, mit den Engeln, wie es Offenbarung 19 beschreibt.

Damit schließt Steve Okunola die Tora ab: eine große Verheißung für uns, davor aber noch eine Zeit, die durchzumachen ist. Bleib stark, bleib wacker, sei aufmerksam. Tora lernen und lesen heißt nicht, sich die hebräischen Begriffe zu merken, sondern sie im Alltag umzusetzen und geistlich schon nach vorne zu gehen. Diese Portion wird nicht regulär an einem Schabbat gelesen, sondern am , dem Tag der Freude über die Tora, an dem nach der Tradition gefeiert wird, dass sie gegeben wurde. Und an diesem Tag beginnt der Zyklus sofort wieder von vorn: Auf den letzten Vers des fünften Buches Mose folgt der erste Vers von Bereschit — Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde (1. Mose 1,1).

Kernaussagen

01 Dass Ruben trotz verspieltem Erstgeburtsrecht wieder an erster Stelle steht, ist ein Zeichen der Wiederherstellung; die Stellung des Erstgeborenen selbst bleibt aber verteilt: Führerschaft bei Juda, Priesterdienst bei Levi.
02 Die Tora endet nicht mit dem Abfall Israels, sondern mit dem Segen — nach der Ankündigung der Abwendung in Haasinu steht am Schluss die Wiederherstellung.
03 Vom Sinai her kam Gott, um die Gebote zu geben, von Edom her kommt er zum Krieg: Der Schlusssegen blickt nach Steve Okunolas Deutung in die Endzeit.
04 Gottes Erlösung bleibt nicht auf das leibliche Israel beschränkt: Er liebt die Völker, und auch aus den Nationen lagern Erlöste zu seinen Füßen.
05 Die Frage nach der eigenen Stammeszugehörigkeit ist irrelevant: Nicht DNA-Forschung, sondern Treue entscheidet — die Zuordnung überlässt man dem Herrn.
06 Mosche war der Mittler des ersten Bundes; gerade weil kein Prophet mehr aufstand wie er, schattet er den vor, der wahrhaftig zum Vater bringt.
07 Mit Mosches Tod geht die Führung auf Jehoschua über, der das Volk ins verheißene Land bringt und damit selbst ein Abbild ist.
08 Tora lernen und lesen heißt nicht, sich hebräische Begriffe zu merken, sondern sie im Alltag umzusetzen und geistlich nach vorne zu gehen.

Fragen

Erst selbst überlegen — die Lösung erscheint nach dem Klick.

Ebene 1 · Verständnis

Warum ist es auffällig, dass Ruben im Segen Mosches wieder an erster Stelle steht?

Ruben hatte sein Erstgeburtsrecht verspielt, weil er das Lager seines Vaters bestieg. Dass er trotzdem zuerst genannt wird, ist für Steve Okunola ein Zeichen der Wiederherstellung — die Stellung des Erstgeborenen selbst hat er aber nicht zurück: Die Führerschaft liegt bei Juda, der Priesterdienst bei Levi.

Welche zwei Kommen Gottes stellt Steve Okunola aus 5. Mose 33,2 nebeneinander?

Vom Sinai her kam Gott, um die Gebote zu geben. Von Seir beziehungsweise Edom her kommt er nach Jesaja 63 und Offenbarung 19 im roten, blutgetränkten Gewand zum Krieg. Beides steht in einem Vers nebeneinander — das ist ausdrücklich Steve Okunolas Deutung.

Was sagt der Segen über die Völker, und welche Folgerung zieht Steve Okunola daraus?

In 5. Mose 33,3 heißt es, dass er die Völker liebt und dass alle seine Heiligen in seiner Hand sind und zu seinen Füßen lagern. Für Steve Okunola heißt das: Auch aus den Heidennationen werden Menschen erlöst — Israel ist zuerst das leibliche Volk aus der Blutlinie, aber es weitet sich auf alle aus, die wirklich Buße getan haben.

Warum hält Steve Okunola die Frage nach der eigenen Stammeszugehörigkeit für irrelevant?

Weil man sie ohnehin nicht feststellen kann. Er glaubt den ganzen Hype um DNA-Forschung und Stammeszuordnung nicht: Hauptsache, man ist am Ende irgendeinem Stamm zugeordnet. Sei du nur treu, dann wirst du wiederhergestellt — die Zuordnung macht der Herr.

Welche Rolle hatte Mosche, sodass nach 5. Mose 34,10 kein Prophet mehr aufstand wie er?

Er war der Mittler des ersten Bundes, der zwischen dem Volk und Adonai vermittelte. Gott will, dass sein Volk sich naht, aber es kann das nicht von sich aus — das war die Lektion der Opfergaben in Wajikra und der Fall von Nadab und Abihu. Dieser eine Mittler muss distinkt und abgesondert sein.

Wie deutet Steve Okunola die verborgene Grabstätte Mosches?

Mosche geht auf den Berg Nebo hinauf und kommt nicht wieder herunter, Gott begräbt ihn, und niemand kennt sein Grab. Damit wird er den Augen Israels entzogen — ein Bild auf Jeschua, der in den Himmel ging und erst wiedergesehen wird, wenn er kommt. Ob Mosche dabei Verwesung sah, ist unter Auslegern umstritten; Steve Okunola meint, er sah sie, weil er ja begraben wurde.

Ebene 2 · Bibelstellen

Lies 1. Mose 49,3-4 und vergleiche mit 5. Mose 33,6: Was wirft Jakob Ruben vor, und wie klingt der Segen bei Mosche?

Jakob nennt Ruben zwar Erstling seiner Kraft, spricht ihm aber den Vorrang ab, weil er das Lager seines Vaters entweiht hat. Bei Mosche steht nur noch der knappe Wunsch, dass Ruben lebe und nicht sterbe und seine Männer nicht wenige seien — kein Vorwurf mehr, aber auch keine Rückgabe der Erstgeburtsstellung.

Lies Jesaja 63,1-4: Woher kommt der Herr, wie ist sein Gewand beschrieben, und warum?

Er kommt von Edom her, aus Bozra, in leuchtend roten Kleidern. Das Rot stammt vom Blut derer, die er im Gericht getreten hat, denn der Tag der Rache ist in seinem Herzen. Offenbarung 19 nimmt dasselbe Bild auf beim Reiter auf dem weißen Pferd im blutgetränkten Gewand.

Lies 5. Mose 34,5-9: Was geschieht mit Mosche nach seinem Tod, wie lange wird er beweint, und was wird über Jehoschua gesagt?

Der Herr selbst begräbt ihn im Tal im Land Moab, und niemand kennt sein Grab bis auf diesen Tag. Die Kinder Israel beweinen ihn dreißig Tage in den Ebenen Moabs. Jehoschua ist erfüllt mit dem Geist der Weisheit, weil Mosche ihm die Hände aufgelegt hatte, und das Volk gehorcht ihm.

Ebene 3 · Vertiefung

Steve Okunola schließt damit, dass Tora lernen nicht heißt, hebräische Begriffe zu merken, sondern sie im Alltag umzusetzen. Wo in deinem Alltag bleibt es bei Wissen statt bei Umsetzung?

Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Nimm einen konkreten Punkt aus den letzten Portionen, den du gut erklären könntest, aber nicht lebst, und mach daraus für diese Woche eine einzige konkrete Handlung statt einer weiteren Notiz.

Michael beschimpfte den Satan nicht, sondern überließ das Schelten dem Herrn. Wo redest du selbst über Menschen in Autorität so, wie du es nach diesem Beispiel nicht tun solltest?

Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Denk an die letzten Gespräche über Vorgesetzte, Gemeindeleitung oder Regierung. Was davon war sachliche Beurteilung, was war Lästern? Wenn selbst ein Erzengel es dem Allerhöchsten überließ, wo wäre bei dir Schweigen oder Gebet die angemessenere Antwort?

PDF herunterladen Video folgt für diese Parascha.