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5. Mose 7,12 – 11,25 ~14 Min. Lesezeit

עֵקֶב

Ekev — weil / aufgrund dessen

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Weil Israel die Gebote hält, bewahrt Gott Bund und Güte — nicht wegen eigener Gerechtigkeit, sondern aus Gnade. Doch Gnade heißt nicht, dass man nichts tun muss: Das tägliche, praktische Leben nach den Prinzipien Jeschuas ist der Beweis, dass wir auf dem Weg ins verheißene Land sind.

Die Portion beginnt mit dem Wort, das ihr den Namen gibt: Und es wird geschehen, weil ihr diesen Rechten gehorcht und sie beobachtet und tut, wird JHWH, dein Gott, dir den Bund und die Güte bewahren, die er deinen Vätern geschworen hat (5. Mose 7,12). Es hängt also daran, dass Israel das Gebot hält — dann wird es das Land in Besitz nehmen. Das ist die Vertragsseite des Bundes, und sie zieht sich durch die ganze Portion bis Kapitel 11,25.

Steve Okunola bietet für den Aufbau eine einfache Gliederung an: Kapitel 7 ist Ermutigung — Israel wird Fruchtbarkeit und Segen versprochen, wenn es in den Satzungen wandelt. Kapitel 8 bis 10 sind Ermahnung und Erinnerung — Erinnerung daran, was geschah, als Israel den Götzen nachjagte, und Ermahnung, sich ihnen nicht anzuhängen. Und Kapitel 11 schließt mit der Bestätigung: Israel wird das Land einnehmen, weil Gott in seiner Mitte ist. Dabei wird in dieser Portion ausdrücklich betont, dass Israel das Land nicht aufgrund der eigenen Gerechtigkeit bekommt, sondern wegen Gottes Gnade und seiner Verheißung an die Vorväter. Hier wird die Brücke in unsere Zeit geschlagen: Wenn heute gesagt wird, alles sei nur durch die Gnade des Christus, dann ist das kein neues Konzept — Gott hat schon immer gesagt, dass es seine Gnade ist. Und dennoch konnte Israel nicht einfach dahinleben: Es musste sich an die Bedingungen halten, die Götzen niederreißen und sein Herz nicht an das Gold und Silber der Götzen hängen. Es gab praktische Dinge zu tun. Wer ein Praxisbeispiel dafür sucht, wie Gnade und Gehorsam zusammengehören, kann sich genau diese Portion anschauen.

Warum aber sollte man am Schabbat stundenlang lernen, was Israel in der Wüste durchmachte? **Weil Israel das für das Volk Gottes ist, das ins verheißene Land zieht — und Dreh- und Angelpunkt war, die Gebote Gottes zu halten.** Das hat sich nach Steve Okunolas Verständnis in Jeschua erfüllt: Jeschua nachzufolgen ist jetzt der zentrale Fokus, um das Land einnehmen zu können. Wir werden nie mehr kollektiv ausziehen, um Völker auszutreiben und ein Land einzunehmen, in dem wir Feigenbäume und Olivenbäume vorfinden und Erz aus den Steinen hauen. Aber es ist eine Verheißung, und jede Generation hat diesen Text als Vorlage gelesen: Es geht darum, das Ewige in Besitz zu nehmen. Geografie, Geschichte, Könige und Kultur zu studieren ist gut und respektiert das Wort — aber der Kern ist: Ich will lernen, um etwas damit anzufangen, nämlich zu verstehen, wie ich heute wandle.

Denn eine fertige Anleitung gibt es nicht. Hätten wir Briefe der Vorväter — wir bekamen Salz aus dem Libanon, wir machten eine Tagesreise auf dem Esel, beim Heiraten war es Brauch, ein Armband zu schenken —, könnten wir mit dieser Lebenspraxis nichts anfangen. Sie lebten aber nach Prinzipien, die der Tora entsprachen. Und genauso wenig kann ich heute einem Bruder einen Zettel oder eine E-Mail schreiben: „So sollst du leben, dann wird dein Leben Gott gefällig sein" — er hat mehr Kinder als ich, ist länger verheiratet, hat andere Einnahmen, andere Verantwortung, eine andere Berufung. Meine Ratschläge würden in seiner Situation nichts bringen. **Was uns dennoch verbindet, ist der gemeinsame Nenner: die — Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Geradlinigkeit, die Früchte des Geistes, Güte, Glaube, Ausharren und in allem auf Gott zu vertrauen.** Ich mag keine Ahnung haben von dem, was du beruflich tust, aber ich weiß, dass die Prinzipien, nach denen du die Sachen angehst, dieselben sind: Du leitest dein Haus wohl, liebst deine Frau, sorgst dich um sie, bist Versorger, Leiter und Beispiel, hältst dein Wort, bist großzügig und hilfsbereit. Darum lohnt es sich auch nicht, endlos über Theologie zu streiten — was uns schnell vereint, ist, wenn wir nach den gleichen Prinzipien leben. Und über diese Prinzipien greift auch die Ermahnung: Auf den Einwand „Das kannst du nicht nachvollziehen, meine Frau ist jünger als deine" oder „Ich mache das schon zehn Jahre länger als du" bleibt die Antwort gültig — es mag sein, aber trotzdem kannst du deine Frau gut behandeln, und trotzdem ist vieles davon Zeitverschwendung.

Wenn das Halten der Gebote der Dreh- und Angelpunkt für das ewige Leben ist, dann muss mein Leben auch geprüft werden können — und geteilt. Steve Okunola hat dafür das Modell aus der Bibel klar vor Augen: Jeschua war mit seinen Jüngern eng zusammen, sie lebten miteinander, und die Gemeinden der Apostel waren klein und überschaubar. Ohne große Werke und Vereinigungen zu schmähen, die wunderbare Arbeit in Übersetzung, Literatur und Lehre leisten, wäre für ihn darum die Wahl klar: , in denen Menschen sich wirklich kennenlernen und das Leben miteinander teilen können. Dabei geht es nicht um Neugier oder darum, sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen — davor warnt schon Paulus. Aber die generelle Ausrichtung darf gesehen werden: Wenn jemand nichts Tüchtiges macht, der Arbeit nicht nachgeht, die Ehe nicht sucht oder nicht korrekt lebt, dann stimmen auch viele Prinzipien nicht. Deshalb braucht jeder ein , an dem sich das überhaupt zeigen kann: auf eigenen Beinen stehen, heiraten, eine Gemeinschaft suchen, ein Licht für Menschen sein, Stolz, Ego und Furcht ablegen, auf Gott vertrauen, aufrichtig leben, ein Zeugnis sein und sich um das Werk des Herrn kümmern. Sich einfach nur „an Jeschua festzuhalten" und alles andere für unwichtig zu erklären, ist ein falsches Konzept — Gott mit ganzem Herzen und ganzer Seele zu dienen geschieht in einem Leben, in dem diese Dinge vorkommen, nicht in einem Leben, das sich bis zum fünfzigsten Lebensjahr bei den Eltern in Sicherheit wiegt und sich fürchtet, hinauszugehen und zu erobern.

An dieser Stelle greift die Erinnerung der Portion: Was wäre heute ein ? Israel vertraute damals auf das selbstgemachte Bild — heute wären es zum Beispiel der Materialismus oder das Nachjagen der Karriere. Dabei ist Vorsicht geboten mit dem, was beeindruckt: Wer sich auf irgendetwas fokussiert und diszipliniert ist, kann eine Menge schaffen — das allein ist noch keine Kunst und noch kein Gütesiegel. Tischtennis gab es zu Zeiten Abrahams nicht, aber hätte man es damals erfunden und geübt, hätte es auch damals jemand gut gekonnt: Die Tatsache, dass etwas möglich ist und trainiert werden kann, heißt nicht, dass es das Richtige ist, worauf ich mich fokussiere. Wie Paulus sagt: Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist erbaulich. Geld ist nicht schlimm — viel Geld kann für das Werk Gottes verwendet werden —, aber wenn das Ziel die Karriere um ihrer selbst willen ist, der Titel, die Zurschaustellung, dann ist der Fokus falsch. Der Prediger erinnert daran, dass der Reiche sich sorgen muss, ob der, der nach ihm kommt, gewissenhaft mit dem Erwirtschafteten umgeht — wozu die ganze Mühe, wenn Jeschua nicht im Zentrum steht? Für die Fragen des Alltags — was ist in der Freizeit erlaubt, wie viel Urlaub, wofür setze ich ihn ein — ist die Antwort einfach: In allem, was ich tue, habe ich den Herrn vor Augen. Wenn ich prüfe, ob es richtig ist — an der Tora, am Gewissen, am Rat der Brüder und Leiter, an der Bestätigung des Geistes —, dann kann ich es tun. Gewisse Dinge fallen von vornherein weg, weil sie pervers sind, Zeitverschwendung oder gegen sein Wort.

Dahinter steht das Verständnis der Erlösung: An Jeschua zu glauben heißt, mein Vertrauen darauf zu setzen, dass er meine Erlösung ist — seine Gerechtigkeit, nicht meine eigene, genau wie es diese Portion über Israel sagt. Aber daraus folgt nicht, dass ich nichts tun muss: Die Erlösung vollendet sich erst, wenn ich wirklich ins verheißene Land eingehe. Bis dahin gilt es, die Zeit auszukaufen, wie Paulus sagt, und ein Leben zu führen, das Gott gefällig ist — ein normales, praktisches Leben mit Arbeit, Beruf oder Berufung, Ehe und Kindererziehung, Austausch mit den Brüdern, Selbstdisziplin und der Leitung durch den Geist. Wer predigt und lehrt, sollte genau das vor Augen haben: Wenn Menschen Jeschua annehmen, geht es darum, es praktisch umzusetzen.

Die Erinnerung an die Wüste führt das vor Augen. Gott demütigte Israel und speiste es mit dem , einer Nahrung, die weder sie noch ihre Väter kannten — vierzig Jahre lang, um zu prüfen, was im Herzen ist, und um zu zeigen: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von allem, was aus dem Mund JHWHs hervorgeht. Alles, was ich tue, hat damit zu tun, ob ich Gott anbete oder nicht — deshalb muss jede Tat überprüft werden. Es war nicht immer der bequeme Weg: Israel murrte über das Manna, und in einem Fall wurde Gott sehr zornig, weil sie ihm nicht glaubten. Aber Gott versorgte auf übernatürliche Weise, mit Kleidung und Nahrung, und züchtigte sein Volk, wie ein Mann seinen Sohn züchtigt (5. Mose 8,5). Genau das erfahren wir heute: Vieles lief anders als geplant, es hätte schiefgehen können, aber du merkst, dass Gott immer wieder wirkt. Es geht nicht immer so aus, wie du dachtest — aber seine Anwesenheit soll uns zufriedenstellen, und nach dem Irdischen zu schauen ist Zeitverschwendung.

Die Wüste war groß und schrecklich, voller , ein Land ohne Wasser — und doch brachte Gott Wasser aus dem Kieselfelsen hervor (5. Mose 8,15). Steve Okunola sieht darin auch ein Bild für unsere Gegenwart: Nicht nur Wind und Wetter, sondern das geistige Klima hat sich in den letzten Jahren gewandelt; die Dinge schnüren sich zu, und es kommt eine Zeit, die kritisch und bedeutend sein wird und unseren Glauben prüft — ob es die Endzeit im letzten Sinn ist, lässt er dabei ausdrücklich offen. Die Zuversicht bleibt dieselbe wie beim Manna: Gott hat dich bis hierher immer versorgt, oft auf Wegen, die du nicht vermutet hast, und er wird es weiter tun. Es gibt keinen Grund, nicht zu hoffen.

Ein bemerkenswerter Zug der Portion: Gott wird die Nationen vor Israel austreiben — nicht eilends, damit das Wild des Feldes sich nicht mehrt (5. Mose 7,22). Das ist zunächst ganz praktisch: Israel hatte nicht die Kapazität, alles sofort in Besitz zu nehmen; leergefegtes Land wäre verwildert. Steve Okunola überträgt das ins Geistliche: Gott gibt uns nicht alle Offenbarung auf einmal, und er verlangt nicht, dass wir alles sofort umsetzen — das würde uns übermannen. So wie er Israel frisch aus der Sklaverei nicht über die Straße der Philister führte, weil es für den Krieg noch zu jung und unerfahren war, lässt er uns nach und nach wachsen. Das ist der Prozess, den der Glaube braucht — er ist kein Freibrief, in der Sünde zu bleiben, sondern die Zusage, dass Wachstum Schritt für Schritt geschieht.

Zum Götzendienst gibt die Portion eine präzise Anweisung: Die geschnitzten Bilder ihrer Götter sollt ihr mit Feuer verbrennen; das Silber und Gold an ihnen sollst du nicht begehren und nicht nehmen, damit du nicht dadurch verstrickt wirst — und du sollst keinen Gräuel in dein Haus bringen, damit du nicht gleich ihm ein wirst (5. Mose 7,25-26). Warum, wenn doch Silber und Gold von Gott geschaffen sind? Die dämonische Kraft kommt nicht aus dem Metall — die Materie an sich ist neutral, wie auch Paulus zum Götzenopferfleisch erklärt, dass der Götze nichts ist; das Problem ist das Herz der Menschen, das sich dämonischen Geistern geöffnet hat, und das Gewissen, das befleckt wird. Aber dieser Götze repräsentierte etwas, deshalb lag der Bann auf ihm samt seinem Gold: nicht den Götzen zerstören und die Goldschicht mit nach Hause nehmen, wie es beim goldenen Kalb mit seiner Goldummantelung nahegelegen hätte — sondern ganz vernichten, damit das Herz nicht doch am Gold hängen bleibt. Für heute heißt das: Eine Figur oder ein Gegenstand, mit dem wirklich Götzendienst betrieben wurde, gehört nicht ins Haus. Es kann aber auch extrem werden — wer keinen Fernseher und kein Internet will, weil überall Embleme und Logos der Welt sind oder weil „www" das Zeichen des Tieres sei, macht sich das Leben fast unmöglich; keiner kann so penibel leben, und selbst wer es versucht, scheitert daran. Es braucht gesunden Menschenverstand: normal leben, sich mit den guten Dingen beschäftigen, die Errungenschaften der Modernität im Haus haben — denn worum es geht, ist die Herzenshaltung zu Gott. Ein Götzenbild ist da, wo etwas meine Zeit und Energie so vereinnahmt, dass ich Gott nicht mehr im Fokus habe — daran habe ich die Antwort, ob etwas zum Götzen geworden ist, neben den Dingen, die von vornherein klar als Götze zu definieren sind.

Der Erinnerungsteil der Portion ruft die Tiefpunkte der Wüstenwanderung auf: das goldene Kalb, kaum dass die Gebote gegeben waren und Mose noch auf dem Berg stand; Orte wie die (Kibrot-Hattaawa) und , wo Israel Gott erzürnte, nicht vertraute und das Land nicht einnehmen wollte. Bemerkenswert ist : Über ihn zürnte JHWH so sehr, dass er ihn vertilgen wollte, und Mose bat auch für Aaron in jener Zeit (5. Mose 9,20). Aaron steht für den Leiter des Volkes — und durch die Fürbitte wurde er bewahrt. Steve Okunola zieht die Parallele in unser Leben: Auch wir sind auf dieser Wüstenwanderung von manchem abgekehrt, und Jeschua trat für uns ein; durch seine Gnade konnten wir uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Doch es geht immer ein Preis, eine Züchtigung damit einher, die man im eigenen Leben spüren kann. Danach steigt Mose zum zweiten Mal hinauf, holt die neuen Tafeln und legt sie in die Lade — ein Bild dafür, dass die Gebote in unsere Herzen gehören.

Und dann die große Frage von Kapitel 10: Und nun, Israel, was fordert JHWH, dein Gott, von dir?ihn zu fürchten, auf allen seinen Wegen zu wandeln, ihn zu lieben und ihm zu dienen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele (5. Mose 10,12). Dazu die : Beschneidet die Vorhaut eures Herzens und verhärtet euren Nacken nicht mehr. Gott schafft dem Waisen und der Witwe Recht und liebt den , dem er Brot und Kleidung gibt — und so soll auch Israel den Fremdling lieben, denn sie waren selbst Fremdlinge in Ägypten. Israel lebte also keine Exklusivität: Die Nation war aufgerufen, auch andere aufzunehmen, damit sie den wahren Gott kennenlernen. Darin liegt auch unser Auftrag, das Evangelium zu leben, zu verkündigen oder zu tragen. Und Gottes Name soll geehrt werden — bei seinem Namen sollst du schwören, ihn nicht umsonst nehmen: Er ist dein Ruhm und dein Gott.

Zum Abschluss kommt das : Ihr sollt diese meine Worte auf euer Herz und auf eure Seele legen und sie zum Zeichen auf eure Hand binden, und sie sollen zu Stirnbändern zwischen euren Augen sein (5. Mose 11,18). Im Judentum wird das bis heute wörtlich praktiziert — mit ledernen Gebetsriemen, die an Hand und Stirn gebunden werden; ob die hebräische Sprache hier wörtlich oder bildlich gemeint ist, ist unter Auslegern tatsächlich strittig. Steve Okunola versteht sie bildlich: Es geht um etwas Praktisches — alles, was ich tue, geht damit einher, dass ich Jeschua die Ehre gebe und ihm nachfolge. Genau darin sieht er auch die Parallele zum aus der Offenbarung: ein Zeichen an Hand und Stirn als das Letzte, woran sich scheidet, wer zu Gott gehört und wer nicht. Beim Malzeichen geht es nicht bloß ums Kaufen und Verkaufen, sondern darum, dass das ganze Tun und die ganze Gesinnung der Menschen fern von Gott sind — sie haben Gott gar nicht vor Augen und tun deshalb die Arbeit des Tieres. Die Gläubigen, die versiegelt sind und Gottes Worte auf Herz, Hand und Stirn tragen, können diese Dinge nicht tun, weil sie nach Jeschuas Prinzipien leben. Deshalb ist das praktische Leben so wichtig — es ist der Eingang ins verheißene Land.

So endet die Portion mit der Bestätigung: Jeder Ort, auf den eure Fußsohle tritt, wird euer sein — von der Wüste und dem Libanon, vom Strom Euphrat bis an das hintere Meer; niemand wird vor euch bestehen, denn JHWH legt euren Schrecken auf das ganze Land (5. Mose 11,24-25). Vorausgesetzt, ihr haltet die Gebote. Neue Gebote werden in dieser Portion nicht gegeben — sie ermutigt, ermahnt, erinnert und bestätigt. Und wie der Galaterbrief sagt, wurde das Evangelium schon im Voraus verkündigt: Durch die Tora haben wir es längst verkündet bekommen, und wir sehen heute die Bestätigung, welche Parallelen für uns darin enthalten sind.

Kernaussagen

01 Ekev heißt „weil": Weil Israel die Rechte hört, beobachtet und tut, bewahrt Gott den Bund und die Güte, die er den Vätern geschworen hat (5. Mose 7,12).
02 Israel nimmt das Land nicht wegen eigener Gerechtigkeit ein, sondern aus Gottes Gnade und wegen der Verheißung an die Vorväter — Gnade ist kein neues Konzept des Neuen Testaments.
03 Gnade heißt nicht, dass man nichts tun muss: Israel musste Götzen niederreißen und sein Herz vom Gold der Götzen fernhalten, und auch wir müssen praktisch nach den Geboten wandeln.
04 Israel ist das Modell für das Volk Gottes auf dem Weg ins verheißene Land; Dreh- und Angelpunkt ist heute, Jeschua nachzufolgen.
05 Der gemeinsame Nenner zwischen Gläubigen sind nicht übertragbare Lebensratschläge, sondern die Prinzipien Jeschuas: Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Geradlinigkeit, die Früchte des Geistes und Gottvertrauen.
06 Ein Götzenbild ist heute alles, was Zeit und Energie so vereinnahmt, dass Gott nicht mehr im Fokus ist — die Materie selbst ist neutral, das Problem ist das Herz dahinter.
07 Gott gibt nicht alles auf einmal: Wie er die Nationen nach und nach austrieb, lässt er uns schrittweise wachsen, damit wir nicht übermannt werden.
08 Das Zeichen auf Hand und Stirn ist das ganze praktische Leben nach Gottes Worten — das genaue Gegenbild zum Malzeichen des Tieres, das eine Gesinnung fern von Gott beschreibt.

Fragen

Erst selbst überlegen — die Lösung erscheint nach dem Klick.

Ebene 1 · Verständnis

Was bedeutet der Name Ekev, und welche Zusage knüpft sich daran?

Ekev heißt „weil" bzw. „aufgrund dessen": Weil Israel die Rechte hört, beobachtet und tut, wird Gott den Bund und die Güte bewahren, die er den Vätern geschworen hat (5. Mose 7,12).

Wie gliedert Steve Okunola den Aufbau der Portion?

Kapitel 7 ab Vers 12: Ermutigung mit dem Versprechen von Segen und Fruchtbarkeit. Kapitel 8 bis 10: Ermahnung und Erinnerung an Manna, Wüste und goldenes Kalb. Kapitel 11: Bestätigung, dass Israel das Land einnimmt, weil Gott in seiner Mitte ist.

Warum nimmt Israel das Land ein — und warum ausdrücklich nicht?

Nicht wegen der eigenen Gerechtigkeit, sondern aus Gottes Gnade, wegen seiner Verheißung an die Vorväter und wegen der Gesetzlosigkeit der Nationen, die vertrieben werden.

Wozu diente das Manna nach Kapitel 8?

Zur Demütigung und Prüfung: Israel bekam 40 Jahre lang eine Nahrung, die es nicht kannte, und lernte, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von allem, was aus dem Mund JHWHs hervorgeht.

Warum trieb Gott die Nationen nur nach und nach aus, und was leitet Steve Okunola geistlich daraus ab?

Damit das Wild des Feldes sich nicht mehrt, denn Israel konnte nicht alles sofort besiedeln. Geistlich: Gott gibt Offenbarung und Anforderungen schrittweise — so wie er Israel frisch aus der Sklaverei auch nicht über die Straße der Philister in den Krieg führte.

Die Materie ist neutral — was war dann das Problem am Silber und Gold der Götzenbilder?

Auf ihnen lag der Bann, weil sie den Götzendienst repräsentierten. Das eigentliche Problem war das Herz der Menschen, das sich dämonischen Geistern geöffnet hatte — deshalb sollte alles verbrannt und nichts ins Haus gebracht werden.

Was ist nach Steve Okunola heute ein Götzenbild, das nicht ins Haus gehört?

Klare Gegenstände echten Götzendienstes — und darüber hinaus alles, was Zeit und Energie so vereinnahmt, dass Gott nicht mehr im Fokus ist. Extreme wie der Verzicht auf Fernseher oder Internet, weil überall Embleme der Welt seien, machen das Leben dagegen fast unmöglich.

Wie versteht Steve Okunola das Gebot, die Worte als Zeichen auf Hand und Stirn zu binden?

Als bildliche Sprache: Alles, was ich tue (Hand) und denke (Stirn), soll mit Gottes Worten einhergehen und Jeschua die Ehre geben — nicht als wörtliche Vorschrift, Lederriemen zu tragen.

Ebene 2 · Bibelstellen

Lies 5. Mose 7,12-14: Welche Segnungen werden Israel für den Gehorsam konkret versprochen?

Gott wird Israel lieben, segnen und mehren: die Frucht des Leibes und des Landes, Getreide, Most und Öl, den Wurf der Rinder und die Zucht des Kleinviehs — kein Unfruchtbarer und keine Unfruchtbare wird unter ihnen sein.

Lies 5. Mose 8,2-5: Warum ließ Gott Israel 40 Jahre durch die Wüste wandern?

Um es zu demütigen und zu versuchen, um zu erkennen, was in seinem Herzen ist — ob es die Gebote halten würde. Und um zu zeigen, dass Gott es züchtigt, wie ein Mann seinen Sohn züchtigt.

Lies 5. Mose 9,4-6: Mit welcher doppelten Begründung treibt Gott die Nationen vor Israel aus?

Wegen der Gesetzlosigkeit dieser Nationen und um den Eid zu halten, den er den Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat — ausdrücklich nicht wegen Israels Gerechtigkeit, denn Israel ist ein halsstarriges Volk.

Lies 5. Mose 9,20: Was geschah mit Aaron nach der Sache mit dem goldenen Kalb?

Gott zürnte Aaron so sehr, dass er ihn vertilgen wollte; Mose betete in jener Zeit auch für Aaron, und er wurde bewahrt.

Lies 5. Mose 10,12-19: Was fordert JHWH von Israel, und wie begegnet er dem Fremdling?

Ihn zu fürchten, auf allen seinen Wegen zu wandeln, ihn zu lieben und ihm mit ganzem Herzen und ganzer Seele zu dienen — und das Herz zu beschneiden. Gott liebt den Fremdling und gibt ihm Brot und Kleidung; darum soll auch Israel den Fremdling lieben.

Ebene 3 · Vertiefung

Was wäre in deinem Leben heute ein goldenes Kalb — worauf vertraust du, wenn es um Sicherheit, Erfolg oder Anerkennung geht?

Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Materialismus, Karriere, akademische Titel oder Zurschaustellung des Erreichten können die Stelle einnehmen, die Gott gehört. Die Fähigkeit, sich auf etwas zu fokussieren, beweist nur Disziplin — nicht, dass der Fokus richtig gesetzt ist.

Wie prüfst du, womit du deine Zeit und Freizeit verbringst — hast du dabei in allem den Herrn vor Augen?

Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Prüfe deine Vorhaben an der Tora, am Gewissen, am Zeugnis der Brüder und Leiter und an der Leitung des Geistes. Manches fällt von vornherein weg, weil es pervers, Zeitverschwendung oder gegen Gottes Wort ist — beim Übrigen entscheidet die Herzenshaltung.

Hast du ein Lebensziel, an dem sich Gottes Prinzipien überhaupt zeigen können, und Menschen, mit denen du dieses Leben ehrlich teilst?

Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Auf eigenen Beinen stehen, Ehe und Familie suchen, einer Arbeit nachgehen, eine überschaubare Gemeinschaft haben, in der ermutigt und ermahnt werden darf — dort wird sichtbar, ob jemand den Glauben nur bekennt oder auch lebt.

PDF herunterladen Video folgt für diese Parascha.