רְאֵה
Reeh — Siehe
Siehe, ich lege euch heute Segen und Fluch vor (5. Mose 11,26) — mit diesen Worten beginnt die Portion Re'eh. Gleich zu Vers 28 bietet Steve Okunola eine Aufgliederung an, die er ausdrücklich als Angebot kennzeichnet, den Vers anders zu lesen, als man ihn gewöhnlich versteht. Die übliche Lesart lautet: Wenn ihr anderen Göttern nachgeht, verhängt Gott den Fluch. Steve Okunola liest den Vers umgekehrt: Die Widerspenstigkeit ist im Vers bereits definiert — ihr habt den Geboten nicht gehorcht und seid vom Weg abgewichen —, und der Fluch besteht dann darin, dass ihr anderen Göttern nachgehen werdet, die ihr nicht gekannt habt (5. Mose 11,28). Der Götzendienst ist nach dieser Deutung nicht erst der Grund der Strafe, er ist selbst die Strafe: Gott gibt die Ungehorsamen dahin, sodass sie anderen Göttern nachgehen müssen. Das ist das , das sich durch die ganze Schrift zieht. Schon in 1. Mose 3,14 ist das Auf-dem-Bauch-Gehen der Schlange — das Gehen nach den eigenen Gelüsten — der eigentliche Fluch, und das Neue Testament wiederholt denselben Gedanken, wenn Gott Menschen ihren Begierden dahingibt (Römer 1,24-28). Uns erscheint nur fremd, dass Gott so handelt: Überall hört man vom Allmächtigen und vom lieben Gott, und so kennt Steve Okunola ihn auch — liebevoll und allmächtig. Aber Gott ist auch ein Strafender, ein verzehrendes Feuer (5. Mose 4,24), und das Neue Testament spricht davon, den Herrn in seinem Schrecken zu kennen (2. Korinther 5,11).
Denselben Gedanken findet Steve Okunola in 5. Mose 4,19, einem Vers, der oft nicht so verstanden wird. Dass Gott Sonne, Mond und Sterne allen Völkern unter dem ganzen Himmel zugeteilt hat, kann man so lesen, dass die Gestirne allen Menschen als Licht gegeben wurden und man sich von ihrem Glanz nur nicht zur Anbetung verleiten lassen soll — diese Frage ist unter Auslegern tatsächlich strittig. Steve Okunola versteht den Vers schärfer: Gott hat die Gestirne den Heidenvölkern zur Anbetung zugeteilt, denen, die ihn nicht kennen wollen. Denn warum kennt jemand Gott nicht? Die einfache Antwort: Er will es nicht. Es ist sein Herzenszustand, denn Gott würde ein bestimmtes Leben von ihm fordern. Wer in aller Welt käme sonst auf die Idee, Sterne anzubeten, die zum Leuchten da sind? Aber wer sich verleiten lassen will, den lässt Gott — sonst gäbe es vor dem Thron nichts zu verhandeln, wenn die Menschen in der Erlösung gar keine Handhabe gehabt hätten.
Der Aufbau der Portion ist nach Steve Okunolas Beobachtung nicht zufällig, er findet ihn brillant: Kapitel 12 nennt den Ort, an dem Gott seinen Namen offenbaren wird; darauf folgt die Warnung vor der Verführung zum Götzendienst (Kapitel 13); dann werden die wiederholt (Kapitel 14); es folgen die Gesetze über die Freilassung und die Hilfe für den Armen (Kapitel 15); und die Portion schließt mit den Festtagen (Kapitel 16). Die Linie dahinter: Bete Gott an auf die Art und Weise, wie er sich offenbart hat und wie er es sich wünscht; hüte dich davor, durch Menschen um dich herum andere Wege zu gehen; dein Charakter soll intakt sein, was sich im Umgang mit deinem Nächsten zeigt; und eines Tages wirst du dich vor Gott präsentieren.
Kapitel 12 spricht vom Ort, den Gott erwählen wird, um seinen Namen dort zu offenbaren — am Ende wird das Jerusalem sein, und aus Jerusalem wird Gott die Tora einst wieder aufrichten. Doch Gott ist nicht daran gebunden, sich nur in Jerusalem zu offenbaren: Zur Zeit der Richter stand das Zelt Gottes ganz lange in , und Gott offenbarte sich dort. Manche pilgern heute nach Jerusalem, als wären Feste und Dienste von Herzen nur dort möglich — darin steckt ein Stück Fanatismus, sagt Steve Okunola. Gemeint ist etwas anderes: Gott bestimmt den Ort und die Art und Weise seiner Anbetung — nicht der Mensch. Die Heiden errichteten ihre Altäre auf den Höhen, dort, wo es sich für sie heilig anfühlte und wo sie sich der Natur verbunden fühlten; Israel soll diese niederreißen. Übersetzt in die heutige Zeit: viel Gerede über Ernährung, Energien und Schwingungen, die richtige Art von Musik und Klängen, die Seele am Meeresufer baumeln lassen, lange Wege in der Natur gehen, weil man sich Gott dort so nahe fühlt — aber die Dinge, die Gott direkt für jeden Tag geboten hat, tut man nicht: mit der Frau richtig umgehen, ein Vorbild für die Kinder sein, die Kinder lehren, keine Angst zu haben, sodass sie an Papa sehen, wie man diese Dinge macht. Das ist schwerer, als Jesus zu predigen. Wer Gott lange in der Natur sucht und dann noch schreit, er habe ihn nicht gefunden, dem antwortet Steve Okunola: Du findest ihn im Alltag. Schon in Kapitel 11,29 wird angekündigt, dass beim Einzug ins Land Segen und Fluch von ausgerufen werden — bei Sichem, in dem Gebiet, das Josef zum Besitz gegeben wurde; ausgeführt wird das in 5. Mose 27 und Josua 8, denn dort ist der Eingang ins Landesinnere. Den Abschluss des Kapitels bildet der Maßstab, dem Gebotenen nichts hinzuzufügen und nichts davon wegzunehmen (5. Mose 12,32) — derselbe Maßstab, mit dem auch das Buch der Offenbarung endet.
Neu kommt in Kapitel 12 die hinzu: In der Wüste musste jedes Schlachttier zum Zelt gebracht werden, damit nicht die Idee aufkam, jemand habe für Dämonen geschlachtet (3. Mose 17). Wenn Israel aber im Land einen festen Sitz bekommt und Gott die Anbetung an einem Ort zentriert, kann nicht jeder für jede Mahlzeit nach Jerusalem hinaufziehen. Darum darf nun überall im Land geschlachtet und gegessen werden, ohne dass dies als Opfer verstanden würde — geopfert wird weiterhin nur an dem Ort, den Gott erwählt.
Die Verführung zum Götzendienst kann nach Kapitel 13 in drei Stufen geschehen: durch den falschen Propheten, durch den engsten Kreis und schließlich über eine ganze Stadt. Erste Stufe: . Jemand steht auf mit Träumen, Zeichen und Wundern — und das Zeichen trifft sogar ein. Trotzdem soll man nicht auf ihn hören, denn Jahwe, euer Gott, versucht euch, um zu erkennen, ob ihr ihn liebt mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele (5. Mose 13,3). Steve Okunola macht auf die Balance aufmerksam: Wäre ganz Israel gehorsam, mit gestandener Leiterschaft wie in den Tagen Moses, Aarons und Josuas — welche Chance hätte so ein Typ? Er würde sofort entlarvt. Dass ein falscher Prophet überhaupt Chancen sieht, sein Vorhaben zu wagen, deutet darauf, dass das Volk schon in einer Art Prüfphase steckt, weil es nicht ganz so wandelt, wie es sollte. Auf heute gemünzt erzählt Steve Okunola, wie er einen Auslegungstext zu den Versuchungen Jesu fand, der ihm richtig gut gefiel — und als er das Profil des Verfassers ansah, eines Pastors, fand er dort all die modernen Embleme der gerade gängigen Freiheitsströmungen und einen Auftritt, der mit Gott offensichtlich nichts zu tun hat. Gute Predigt — aber ist das ein Lebensweg, den man verkündigen kann? Die Frage ist, wie das Verhältnis heute aussieht: Gibt es mehr falsche oder mehr wahre Propheten, sprich Pastoren, Leiter, Evangelisten? In 1. Könige 22 wollte der König auf den wahren Propheten nicht hören: Ein redete durch seine Hofpropheten, die erzählten, was er gerne hörte, und den Mann Gottes, der die Wahrheit sagte, ließ er einsperren. Das ist symbolisch: Die Stimme Gottes — das Gewissen — wird eingesperrt, denn Gott redet deutlich, aber das ist nicht der bequeme Weg; deswegen florieren die falschen Propheten. Steve Okunolas Rat: Sucht in der Gemeinschaft gestandene Männer, die die Gebote Gottes im eigenen Leben befolgen. Wer noch am Lernen ist, mache sich keine Gedanken — seine Zeit wird kommen, manchmal dauert es Jahre. Forme deinen Charakter an den normalen Dingen, vertraue Gott auch durch schwierige Instanzen hindurch und sei nicht feige; ein böses Geschlecht sucht nach Wundern und Beweisen.
Die zweite Stufe trifft härter: wenn der Verführer jemand ist, den du liebst — der Bruder, der Sohn, die Tochter, das Weib deines Busens oder dein Freund, der dir wie deine Seele ist (5. Mose 13,6). In der heutigen Zeit wird kaum jemand sagen: Komm ins Nebenhaus, wir haben Fahnen und Götzen aufgestellt, lass uns verbeugen. Die Verführung läuft über den Lebensweg — das ist das Stadium, bevor der offene Götzendienst stattfindet, und Götzendienst geschieht auch im Alltag: Da sind verheiratete, gebildete, sogar hochgebildete Menschen, die guten Sachen nachgehen oder in Schulden und bösen Dingen gefangen sind — aber ist vom Charakter her irgendetwas von Gott in ihrem Leben zu sehen? Führt der Mann die Ehe, wie eine biblische Ehe zu führen wäre, ist die Frau an der Position, an der sie sein sollte, erziehen sie die Kinder nach den Wegen Gottes — oder zielt alles nur auf ein hochwertiges statt auf ein gottgefälliges Leben? In der Tora galt: nicht verschonen; deine Hand soll zuerst an ihm sein, ihn zu töten, und danach die Hand des ganzen Volkes (5. Mose 13,9). Doch niemand konnte einfach losziehen und den anderen steinigen — es brauchte Zeugen und einen Prozess vor den Ältesten und dem Gericht (Kapitel 17); wer die Sache bekannt gemacht hatte, musste als Zeuge auch den ersten Stein werfen und trug damit die volle Verantwortung. Gesteinigt wird heute nicht — was heißt es dann? Löse dich von einer solchen Bindung, wenn jemand darauf besteht, einen Lebensweg zu gehen, der komplett gegen Gott ist. Steve Okunola erzählt von einer Taufe, bei der ein Mann bangte, ob er sich taufen lassen soll, weil seine Frau gegen den Glauben war und mit Scheidung drohte — am Ende wurde die Ehe ohnehin geschieden. Überhaupt dieses Gedankengut zu haben! Gott steht an erster Stelle, komme, wer mag: Keine Bindung ist es wert, dafür den Allmächtigen zu verlassen. Umgekehrt gilt genauso: Der Mann hat nicht die Gewalt, die Frau zu einem Leben zu zwingen, das sündhaft wäre, nur weil er stärker ist oder meint, das Sagen zu haben — diese Macht hat er nicht bekommen, und das geht in beide Richtungen. Und prüfe beide Seiten: Vielleicht liegt dir die Familie ständig in den Ohren, weil du wirklich auf dem richtigen Weg bist und tust, was der Allerhöchste will — vielleicht bist du aber auch einfach nur anstrengend, nervst die Menschen mit Kein-Geburtstag-Feiern und dies und das und hältst dich dabei für ganz toll, weil du für das Reich unterwegs bist.
Die dritte Stufe: eine ganze Stadt. Sind die Verführer so weit gekommen, dass die Bewohner einer Stadt abgefallen sind, soll die Stadt dem verfallen — vollständig zerstört, und nichts davon darf am Eigenen haften. Du siehst die Spirale: Es beginnt mit dem falschen Propheten und falscher Lehre, kehrt in die Familie ein und erfasst dann die Gesellschaft — kleine Stufen, heute eine Unwahrheit, morgen nimmt man es nicht mehr so genau, und ein paar Jahre später wundert man sich, dass die ganze Kultur fast davor ist zu zerbrechen. Gott warnt in seiner Tora, diese Dinge rechtzeitig auszujäten. So haben Israel und wir es in all den Jahren nicht gemacht, sagt Steve Okunola — und eines Tages wird der Herr aufräumen müssen.
Sind Anbetung und Verführung geklärt, geht es um den Charakter. Die Speisegebote in Kapitel 14 deuten — wie in der Portion ausgeführt — auf den Charakter: Die unreinen Tiere stehen für Wesenszüge, die wir beobachten und nicht übernehmen sollen. Natürlich gehört auch dazu, auf Gesundes zu achten, nichts zu essen, was Gott verboten hat, und vieles aus der Industrie zu meiden, was gar nicht gut für uns ist — das sieht Steve Okunola ebenfalls so —, aber der Kern liegt tiefer. Der Charakter wirkt sich dann aus in der Art, wie wir mit unserem Nächsten umgehen, der vielleicht nicht so gut aufgestellt ist wie wir: Kapitel 15 wiederholt die Freilassung des hebräischen Sklaven im siebten Jahr (2. Mose 21,2, Portion ) und fügt neu die hinzu — der Freigelassene, der gut gedient hat, soll reichlich mitbekommen, damit er die Möglichkeit hat, sein Leben wieder aufzubauen. Wer leihen muss — und wie unangenehm das ist, weiß Steve Okunola aus eigener Erfahrung —, dem soll man die Hand willig auftun und nicht rechnen, ob das nahe ist und man das Geld nicht zurückbekommt; der Arme wird nicht aufhören inmitten des Landes (5. Mose 15,11). Gott nutzt diese Dinge zur Prüfung, zur Züchtigung oder um Dinge aufzuzeigen, und entscheidend ist das Herz dessen, der in der Lage wäre zu helfen. Der intakte Charakter zeigt sich im Umgang mit dem Nächsten: Nächstenliebe würde den Gottesdienst vielleicht am besten definieren.
Damit ist auch die Frage beantwortet, was eine adäquate Vorbereitung auf die Endzeit bedeutet. Sollen wir Dosen lagern, im Bunker sitzen, Gold anschaffen? Steve Okunola ist deutlich: Sei bewusst sparsam und geh gut mit deinem Geld um, denn Gott hat es dir anvertraut — aber Bargeld wird keinen von uns retten, wenn die losgeht. Es wird nicht so sein, dass du im Haus sitzt mit Strom, Wasser und Getreide, während um dich herum das Chaos tobt, und den Menschen zusingst: Hättet ihr euch mal vorbereitet, jetzt ist es halt doof gelaufen. Wenn man mitbekommt, dass es dir gut geht, während das Chaos tobt, wird der Ort, wo du wohnst, wahrscheinlich der erste sein, den man aufsucht — das Gegenteil dessen, was man erreichen wollte. Glaubt auch keine Mythen von einer geheimen Höhle oder einem nur codiert in der Schrift verborgenen Ort, an dem die Gemeinde dreieinhalb Jahre sicher wäre — das gibt es alles nicht. Wir werden durch die Drangsal hindurchmüssen; unser Fels und unsere Hoffnung ist Gott. Auch über die zur Schau gestellten Reichtümer im Internet — teure Autos, die kaum gefahren und in Garagen geparkt werden — denkt Steve Okunola nach: Er hält es für eine Art Bewahrung, dass Gott ihm selbst solche Unsummen nicht anvertraut, denn das Fleisch ist nicht stark genug, dieser Versuchung zu widerstehen; und er fragt sich — ausdrücklich als eigenes Nachdenken —, ob es vielleicht sogar eine Art Strafe ist, dass Menschen Dinge horten und zur Schau stellen, die sie nie nutzen und die eines Tages verrotten. Die wahre Vorbereitung ist ein Charakter, der geformt und geschliffen wurde: der über Jahre im Kleinen trainiert hat, sich in allen Umständen ganz auf Gott zu stützen — das geht nicht von heute auf morgen. So versteht sich auch das (Matthäus 25): Die törichten waren nicht ungläubig — sie warteten ja auf den Bräutigam —, aber sie hatten kein Öl, und in der kurzen Zeit lässt sich kein Öl mehr besorgen, wenn man die ganze Zeit nicht auf Gott vertraut hat. Darum reicht es auch nicht, Jesus nur zu predigen. Predigen soll man — am besten den ganzen Tag —, aber die Menschen brauchen gerade jetzt Beispiele, was es heißt, auf Jesus zu vertrauen: Es muss praktisch gelebt werden, im eigenen Leben vorkommen. Steve Okunola beobachtet, dass es immer schwerer wird, Herzen zu erreichen, und deutet die Gegenwart endzeitlich: Die Menschen, die hören, werden abnehmen, und Gott lässt sehr wohl zu, dass Feinde vorrücken — dem vom Himmel gefallenen Stern wurde der Schlüssel zum Abgrund gegeben (Offenbarung 9,1), und Gott setzte den Satan auf Israel, wenn Israel nicht gehorsam war. Viele sind leider im Tiefschlaf; die gute Nachricht ist, dass einige Brüder hellwach sind. Sei du hellwach.
Die Portion schließt in Kapitel 16 mit den Festtagen — genannt werden hier nur die drei Feste, zu denen man hinaufziehen soll: die , das Fest der ungesäuerten Brote, das Wochenfest und das Laubhüttenfest (5. Mose 16,16). Die Idee ist, dass wir uns vor Gott präsentieren, keiner mit leeren Händen. So schließt sich der Bogen einer in sich abgeschlossenen Portion: Bete Gott an auf die Art und Weise, wie er sich offenbart hat; hüte dich vor anderen Wegen, auch wenn sie durch Menschen kommen, die dir nahestehen; halte deinen Charakter intakt, was sich am Nächsten zeigt; und präsentiere dich eines Tages vor Gott. Halte dein Gewissen rein, vertraue Gott und geh keine krummen Wege, auch wenn es schwer wird — die Zeit, die vor uns liegt, so zu leben, dass unser Vertrauen auf Gott gerichtet ist, während wir ein Beispiel für andere Menschen sind, ist viel stärker, als nur Jesus zu predigen. Die nächste Portion, (5. Mose 16,18 – 21,9), wendet sich dann der Ordnung im Land zu: Richter, Könige, Priester und der verheißene Prophet wie Mose.
Kernaussagen
Fragen
Erst selbst überlegen — die Lösung erscheint nach dem Klick.
Ebene 1 · Verständnis
Worin besteht nach Steve Okunolas Aufgliederung der Fluch in 5. Mose 11,28?
Die Widerspenstigkeit ist im Vers schon definiert (den Geboten nicht gehorchen, vom Weg abweichen); der Fluch selbst besteht dann darin, anderen Göttern nachgehen zu müssen — Gott gibt die Ungehorsamen dahin, das Nachgehen ist die Strafe.
Warum ist Gott nicht an Jerusalem gebunden, wenn es um seine Offenbarung geht?
Zur Richterzeit stand das Zelt Gottes lange in Schilo, und Gott offenbarte sich dort. Entscheidend ist nicht der Ort an sich, sondern dass Gott selbst Ort und Art der Anbetung bestimmt — nicht der Mensch.
Welche drei Stufen der Verführung zum Götzendienst beschreibt Kapitel 13?
Erstens der falsche Prophet mit Zeichen und Wundern, zweitens der engste Kreis (Frau, Bruder, Kind, Freund), drittens eine ganze Stadt, die abgefallen ist und dem Bann verfallen soll.
Was ist nach Steve Okunola die eigentliche Vorbereitung auf die Drangsal?
Kein Horten von Vorräten, Gold oder Bunkern — das rettet niemanden und macht das eigene Haus sogar zum ersten Anlaufziel. Die wahre Vorbereitung ist ein über Jahre geformter Charakter, der Gott im Alltag vertraut.
Welche zwei neuen Bestimmungen kommen in dieser Portion hinzu?
Die Profanschlachtung (überall im Land darf zum Essen geschlachtet werden, geopfert nur am erwählten Ort) und die Abfindung für den im siebten Jahr freigelassenen Sklaven.
Worauf deuten die Speisegebote nach der Auslegung aus der Portion Schemini?
Auf den Charakter: Die unreinen Tiere stehen für Wesenszüge, die man beobachten und nicht übernehmen soll — was sich dann in der Art zeigt, wie man mit dem Nächsten umgeht.
Ebene 2 · Bibelstellen
Lies 5. Mose 13,1-3: Warum lässt Gott zu, dass ein falscher Prophet ein Zeichen gibt, das tatsächlich eintrifft?
Gott prüft dadurch das Volk, um zu erkennen, ob es ihn mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele liebt.
Lies 5. Mose 15,7-11: Wie sollst du dich gegenüber dem armen Bruder verhalten, und welche Begründung gibt Vers 11?
Das Herz nicht verhärten, die Hand willig auftun und leihen, was er braucht, ohne auf das nahe Erlassjahr zu schielen — denn der Arme wird nicht aufhören inmitten des Landes.
Lies 5. Mose 13,9-10 zusammen mit 5. Mose 17,6-7: Welche Rolle spielt der Zeuge bei der Vollstreckung, und was verhindert das?
Getötet wird nur auf Aussage von zwei oder drei Zeugen, und die Hand der Zeugen soll zuerst gegen den Verurteilten sein. Wer anklagt, trägt also selbst die volle Verantwortung — willkürliche Selbstjustiz wird verhindert.
Lies 5. Mose 16,16: Welche drei Feste werden genannt, und was gilt für das Erscheinen vor Gott?
Das Fest der ungesäuerten Brote, das Wochenfest und das Laubhüttenfest. Alle Männer sollen am erwählten Ort vor Gott erscheinen, und keiner soll mit leeren Händen kommen.
Ebene 3 · Vertiefung
Wo betest du Gott nach eigenem Gutdünken an — auf deinen persönlichen Höhen, wo es sich gut anfühlt — statt im Alltag das zu tun, was er direkt geboten hat?
Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Natur, Musik, Atmosphäre und besondere Orte können schön sein, ersetzen aber nicht den Gehorsam im Alltag: den Umgang mit Ehepartner und Kindern, Ehrlichkeit, Vorbild sein. Dort — nicht auf den Höhen — findet man Gott.
Gibt es in deinem Leben Bindungen, die dich nicht mit Götzenstatuen, sondern über den Lebensweg langsam von Gottes Geboten wegziehen — und wie gehst du damit um?
Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Verführung kommt heute meist aus dem engsten Kreis und betrifft den Lebensstil. Prüfe ehrlich beide Seiten: Bist du wirklich auf Gottes Weg, oder nur anstrengend? Wenn aber jemand auf einem Weg gegen Gott besteht, ist keine Bindung es wert, den Allmächtigen zu verlassen.
Woran würde ein Außenstehender in deinem Alltag erkennen, dass du auf Gott vertraust — unabhängig von dem, was du sagst oder predigst?
Keine feste Lösung — zur Selbstprüfung: Am Umgang mit Geld, mit dem Nächsten in Not, an der Ehe- und Kindererziehung, an Gelassenheit statt Angst, wenn es brenzlig wird. Das gelebte Beispiel ist stärker, als nur Jesus zu predigen — und Charakter lässt sich nicht von heute auf morgen besorgen wie das Öl der törichten Jungfrauen.